Über­ein­kom­men über die Rech­te des Kin­des

UN-Kinderrechtekonvention
Inhalts­über­sicht

Prä­am­bel

Die Ver­trags­staa­ten die­ses Über­ein­kom­mens

  • in der Erwä­gung, dass nach den in der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen ver­kün­de­ten Grund­sät­zen die Aner­ken­nung der allen Mit­glie­dern der mensch­li­chen Gesell­schaft inne­woh­nen­den Wür­de und der Gleich­heit und Unver­äu­ßer­lich­keit ihrer Rech­te die Grund­la­ge von Frei­heit, Gerech­tig­keit und Frie­den in der Welt bil­det,
  • ein­ge­denk des­sen, dass die Völ­ker der Ver­ein­ten Natio­nen in der Char­ta ihren Glau­ben an die Grund­rech­te und an Wür­de und Wert des Men­schen bekräf­tigt und beschlos­sen haben, den sozia­len Fort­schritt und bes­se­re Lebens­be­din­gun­gen in grö­ße­rer Frei­heit zu för­dern,
  • in der Erkennt­nis, dass die Ver­ein­ten Natio­nen in der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te und in den Inter­na­tio­na­len Men­schen­rechts­pak­ten ver­kün­det haben und über­ein­ge­kom­men sind, dass jeder Mensch Anspruch hat auf alle dar­in ver­kün­de­ten Rech­te und Frei­hei­ten ohne Unter­schei­dung, etwa nach der Ras­se, der Haut­far­be, dem Geschlecht, der Spra­che, der Reli­gi­on, der poli­ti­schen oder sons­ti­gen Anschau­ung, der natio­na­len oder sozia­len Her­kunft, dem Ver­mö­gen, der Geburt oder dem sons­ti­gen Sta­tus,
  • unter Hin­weis dar­auf, dass die Ver­ein­ten Natio­nen in der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te ver­kün­det haben, dass Kin­der Anspruch auf beson­de­re Für­sor­ge und Unter­stüt­zung haben,
  • über­zeugt, dass der Fami­lie als Grund­ein­heit der Gesell­schaft und natür­li­cher Umge­bung für das Wach­sen und Gedei­hen aller ihrer Mit­glie­der, ins­be­son­de­re der Kin­der, der erfor­der­li­che Schutz und Bei­stand gewährt wer­den soll­te, damit sie ihre Auf­ga­ben inner­halb der Gemein­schaft voll erfül­len kann,
  • in der Erkennt­nis, dass das Kind zur vol­len und har­mo­ni­schen Ent­fal­tung sei­ner Per­sön­lich­keit in einer Fami­lie und umge­ben von Glück, Lie­be und Ver­ständ­nis auf­wach­sen soll­te,
  • in der Erwä­gung, dass das Kind umfas­send auf ein indi­vi­du­el­les Leben in der Gesell­schaft vor­be­rei­tet und im Geist der in der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen ver­kün­de­ten Idea­le und ins­be­son­de­re im Geist des Frie­dens, der Wür­de, der Tole­ranz, der Frei­heit, der Gleich­heit und der Soli­da­ri­tät erzo­gen wer­den soll­te,
  • ein­ge­denk des­sen, dass die Not­wen­dig­keit, dem Kind beson­de­ren Schutz zu gewäh­ren, in der Gen­fer Erklä­rung von 1924 über die Rech­te des Kin­des und in der von der Gene­ral­ver­samm­lung am 20. Novem­ber 1969 ange­nom­me­nen Erklä­rung der Rech­te des Kin­des aus­ge­spro­chen und in der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te, im Inter­na­tio­na­len Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te (ins­be­son­de­re in den Arti­keln 23 und 24), im Inter­na­tio­na­len Pakt über wirt­schaft­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Rech­te (ins­be­son­de­re in Arti­kel 10) sowie in den Sat­zun­gen und den in Betracht kom­men­den Doku­men­ten der Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen und ande­ren inter­na­tio­na­len Orga­ni­sa­tio­nen, die sich mit dem Wohl des Kin­des befas­sen, aner­kannt wor­den ist,
  • ein­ge­denk des­sen, dass, wie in der Erklä­rung der. Rech­te des Kin­des aus­ge­führt ist, „das Kind wegen sei­ner man­geln­den kör­per­li­chen und geis­ti­gen Rei­fe beson­de­ren Schut­zes und beson­de­rer Für­sor­ge, ins­be­son­de­re eines ange­mes­se­nen recht­li­chen Schut­zes vor und nach der Geburt, bedarf’,
  • unter Hin­weis auf die Bestim­mun­gen der Erklä­rung über die sozia­len und recht­li­chen Grund­sät­ze für den Schutz und das Wohl von Kin­dern unter beson­de­rer Berück­sich­ti­gung der Auf­nah­me in eine Pfle­ge­fa­mi­lie und der Adop­ti­on auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebe­ne, der Regeln der Ver­ein­ten Natio­nen über die Min­dest­nor­men für die Jugend­ge­richts­bar­keit (Bei­jing-Regeln) und der Erklä­rung über den Schutz von Frau­en und Kin­dern im Aus­nah­me­zu­stand und bei bewaff­ne­ten Kon­flik­ten,
  • in der Erkennt­nis, dass es in allen Län­dern der Welt Kin­der gibt, die in außer­or­dent­lich schwie­ri­gen Ver­hält­nis­sen leben, und dass die­se Kin­der der beson­de­ren Berück­sich­ti­gung bedür­fen,
  • unter gebüh­ren­der Beach­tung der Bedeu­tung der Tra­di­tio­nen und kul­tu­rel­len Wer­te jedes Vol­kes für den Schutz und die har­mo­ni­sche Ent­wick­lung des Kin­des,
  • in Aner­ken­nung der Bedeu­tung der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit für die Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen der Kin­der in allen Län­dern, ins­be­son­de­re den Ent­wick­lungs­län­dern

haben fol­gen­des ver­ein­bart:

Teil I

Arti­kel 1 – Gel­tung für das Kind; Begriffs­be­stim­mung

Im Sin­ne die­ses Über­ein­kom­mens ist ein Kind jeder Mensch, der das acht­zehn­te Lebens­jahr noch nicht voll­endet hat, soweit die Voll­jäh­rig­keit nach dem auf das Kind anzu­wen­den­den Recht nicht frü­her ein­tritt.

Arti­kel 2 – Ach­tung der Kin­des­rech­te; Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot

Die Ver­trags­staa­ten ach­ten die in die­sem Über­ein­kom­men fest­ge­leg­ten Rech­te und gewähr­leis­ten sie jedem ihrer Hoheits­ge­walt unter­ste­hen­den Kind ohne jede Dis­kri­mi­nie­rung unab­hän­gig von der Ras­se, der Haut­far­be, dem Geschlecht, der Spra­che, der Reli­gi­on, der poli­ti­schen oder sons­ti­gen Anschau­ung, der natio­na­len, eth­ni­schen oder sozia­len Her­kunft, des Ver­mö­gens, einer Behin­de­rung, der Geburt oder des sons­ti­gen Sta­tus des Kin­des, sei­ner Eltern oder sei­nes Vor­munds.

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um sicher­zu­stel­len, dass das Kind vor allen For­men der. Dis­kri­mi­nie­rung oder Bestra­fung wegen des Sta­tus, der Tätig­kei­ten, der Mei­nungs­äu­ße­run­gen oder der Welt­an­schau­ung sei­ner Eltern, sei­nes Vor­munds oder sei­ner Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen geschützt wird.

Arti­kel 3 – Wohl des Kin­des

Bei allen Maß­nah­men, die Kin­der betref­fen, gleich­viel ob sie von öffent­li­chen oder pri­va­ten Ein­rich­tun­gen der sozia­len Für­sor­ge, Gerich­ten, Ver­wal­tungs­be­hör­den oder Gesetz­ge­bungs­or­ga­nen getrof­fen wer­den, ist das Wohl des Kin­des ein Gesichts­punkt, der vor­ran­gig zu berück­sich­ti­gen ist.

Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, dem Kind unter Berück­sich­ti­gung der Rech­te und Pflich­ten sei­ner Eltern, sei­nes Vor­munds oder ande­rer für das Kind gesetz­lich ver­ant­wort­li­cher Per­so­nen den Schutz und die Für­sor­ge zu gewähr­leis­ten, die. zu sei­nem Wohl­erge­hen not­wen­dig sind; zu die­sem Zweck tref­fen sie alle geeig­ne­ten Gesetz­ge­bungs- und Ver­wal­tungs­maß­nah­men.

Die Ver­trags­staa­ten stel­len sicher,. dass die für die Für­sor­ge für das Kind oder des­sen Schutz ver­ant­wort­li­chen Insti­tu­tio­nen, Diens­te und Ein­rich­tun­gen den von den zustän­di­gen Behör­den fest­ge­leg­ten Nor­men ent­spre­chen, ins­be­son­de­re im Bereich der Sicher­heit und der Gesund­heit sowie hin­sicht­lich der Zahl und der fach­li­chen Eig­nung des Per­so­nals und des Bestehens einer aus­rei­chen­den Auf­sicht.

Arti­kel 4 – Ver­wirk­li­chung der Kin­des­rech­te

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Gesetzgebungs‑, Ver­wal­tungs- und sons­ti­gen Maß­nah­men zur Ver­wirk­li­chung der in die­sem Über­ein­kom­men aner­kann­ten Rech­te. Hin­sicht­lich der wirt­schaft­li­chen, sozia­len und kul­tu­rel­len Rech­te tref­fen die Ver­trags­staa­ten der­ar­ti­ge Maß­nah­men unter Aus­schöp­fung ihrer ver­füg­ba­ren Mit­tel und erfor­der­li­chen­falls im Rah­men der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit.

Arti­kel 5 – Respek­tie­rung des Eltern­rechts

Die Ver­trags­staa­ten ach­ten die Auf­ga­ben, Rech­te und Pflich­ten der Eltern oder gege­be­nen­falls, soweit nach Orts­brauch vor­ge­se­hen, der Mit­glie­der der wei­te­ren Fami­lie oder der Gemein­schaft; des Vor­munds oder ande­rer für das Kind gesetz­lich ver­ant­wort­li­cher Per­so­nen, das Kind bei der Aus­übung der in. die­sem Über­ein­kom­men aner­kann­ten Rech­te in einer sei­ner Ent­wick­lung ent­spre­chen­den Wei­se ange­mes­sen zu lei­ten und zu füh­ren.

Arti­kel 6 – Recht auf Leben

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen an, dass jedes Kind ein ange­bo­re­nes Recht. auf Leben hat.

Die Ver­trags­staa­ten gewähr­leis­ten in größt­mög­li­chem Umfang das Über­le­ben und die Ent­wick­lung des Kin­des.

Arti­kel 7 – Geburts­re­gis­ter, Name, Staats­an­ge­hö­rig­keit

Das Kind ist unver­züg­lich nach sei­ner Geburt in ein Regis­ter ein­zu­tra­gen und hat das Recht auf einen Namen von Geburt an, das Recht, eine Staats­an­ge­hö­rig­keit zu erwer­ben, und soweit mög­lich das Recht, sei­ne Eltern zu ken­nen und von ihnen betreut zu wer­den.

Die Ver­trags­staa­ten stel­len die Ver­wirk­li­chung die­ser Rech­te im Ein­klang mit ihrem inner­staat­li­chen Recht und mit ihren Ver­pflich­tun­gen auf­grund der ein­schlä­gi­gen inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­te in die­sem Bereich sicher, ins­be­son­de­re für den Fall, dass das Kind sonst staa­ten­los wäre.

Arti­kel 8 – Iden­ti­tät

Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, das Recht des Kin­des zu ach­ten, sei­ne Iden­ti­tät, ein­schließ­lich sei­ner Staats­an­ge­hö­rig­keit, sei­nes Namens und sei­ner gesetz­lich aner­kann­ten Fami­li­en­be­zie­hun­gen, ohne rechts­wid­ri­ge Ein­grif­fe. zu behal­ten.

Wer­den einem Kind wider­recht­lich eini­ge oder alle Bestand­tei­le sei­ner Iden­ti­tät genom­men, so gewäh­ren die Ver­trags­staa­ten ihm ange­mes­se­nen Bei­stand und Schutz mit dem Ziel, sei­ne Iden­ti­tät so schnell wie mög­lich wie­der­her­zu­stel­len.

Arti­kel 9 – Tren­nung von den Eltern; per­sön­li­cher Umgang

Die Ver­trags­staa­ten stel­len sicher, dass ein Kind nicht gegen den Wil­len sei­ner Eltern von die­sen getrennt wird, es sei denn, dass die zustän­di­gen Behör­den in einer gericht­lich nach­prüf­ba­ren Ent­schei­dung nach den anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten und Ver­fah­ren bestim­men dass die­se Tren­nung zum Wohl des Kin­des not­wen­dig ist. Eine sol­che Ent­schei­dung kann im Ein­zel­fall not­wen­dig wer­den, wie etwa wenn das Kind durch die Eltern. miss­han­delt oder ver­nach­läs­sigt wird oder wenn bei getrennt leben­den Eltern eine Ent­schei­dung über den Auf­ent­halts­ort des Kin­des zu tref­fen ist.

In Ver­fah­ren nach Absatz 1 ist allen Betei­lig­ten Gele­gen­heit zu geben, am Ver­fah­ren teil­zu­neh­men und ihre Mei­nung zu äußern.

Die Ver­trags­staa­ten ach­ten das Recht des Kin­des, das von einem oder bei­den Eltern­tei­len getrennt ist, regel­mä­ßi­ge per­sön­li­che Bezie­hun­gen und unmit­tel­ba­re Kon­tak­te zu bei­den Eltern­tei­len zu pfle­gen, soweit dies nicht dem Wohl des Kin­des wider­spricht.

Ist die Tren­nung Fol­ge einer von einem Ver­trags­staat ein­ge­lei­te­ten Maß­nah­me, wie etwa einer Frei­heits­ent­zie­hung, Frei­heits­stra­fe, Lan­des­ver­wei­sung oder Abschie­bung oder des Todes eines oder bei­der Eltern­tei­le oder des Kin­des (auch eines Todes, der aus irgend­ei­nem Grund ein­tritt, wäh­rend der Betref­fen­de sich in staat­li­chem Gewahr­sam befin­det), so erteilt der Ver­trags­staat auf Antrag den Eltern, dem Kind oder gege­be­nen­falls einem ande­ren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen die wesent­li­chen Aus­künf­te über den Ver­bleib des oder der abwe­sen­den Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen, sofern dies nicht dem Wohl des Kin­des abträg­lich wäre. Die Ver­trags­staa­ten stel­len fer­ner sicher, dass allein die Stel­lung eines sol­chen Antrags kei­ne nach­tei­li­gen Fol­gen für den oder die Betrof­fe­nen hat.

Arti­kel 10 – Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung; grenz­über­schrei­ten­de Kon­tak­te

Ent­spre­chend der Ver­pflich­tung der Ver­trags­staa­ten nach Arti­kel 9 Absatz 1 wer­den von einem Kind oder sei­nen Eltern zwecks Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung gestell­te Anträ­ge auf Ein­rei­se in einen Ver­trags­staat oder Aus­rei­se aus einem Ver­trags­staat von den Ver­trags­staa­ten wohl­wol­lend, human und beschleu­nigt bear­bei­tet. Die Ver­trags­staa­ten stel­len fer­ner sicher, dass die Stel­lung eines sol­chen Antrags kei­ne nach­tei­li­gen Fol­gen für die Antrag­stel­ler und deren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge hat.

Ein Kind, des­sen Eltern ihren Auf­ent­halt in ver­schie­de­nen Staa­ten haben, hat das Recht, regel­mä­ßi­ge per­sön­li­che Bezie­hun­gen und unmit­tel­ba­re Kon­tak­te zu bei­den Eltern­tei­len zu pfle­gen, soweit nicht außer­ge­wöhn­li­che Umstän­de vor­lie­gen. Zu die­sem Zweck ach­ten die Ver­trags­staa­ten ent­spre­chend ihrer Ver­pflich­tung nach Arti­kel 9 Absatz 1 das Recht des Kin­des und sei­ner Eltern, aus jedem Land ein­schließ­lich ihres eige­nen aus­zu­rei­sen und in ihr eige­nes Land ein­zu­rei­sen. Das Recht auf Aus­rei­se aus einem Land unter­liegt nur den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Beschrän­kun­gen, die zum Schutz der natio­na­len Sicher­heit, der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public), der Volks­ge­sund­heit, der öffent­li­chen Sitt­lich­keit oder der Rech­te und Frei­hei­ten ande­rer not­wen­dig und mit den ande­ren in die­sem Über­ein­kom­men aner­kann­ten Rech­ten ver­ein­bar sind.

Arti­kel 11 – Rechts­wid­ri­ge Ver­brin­gung von Kin­dern ins Aus­land

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen Maß­nah­men, um das rechts­wid­ri­ge Ver­brin­gen von Kin­dern ins Aus­land und ihre rechts­wid­ri­ge Nicht­rück­ga­be zu bekämp­fen.

Zu die­sem Zweck för­dern die Ver­trags­staa­ten den Abschluss zwei- oder mehr­sei­ti­ger Über­ein­künf­te oder den Bei­tritt zu bestehen­den Über­ein­künf­ten.

Arti­kel 12 – Berück­sich­ti­gung des Kin­des­wil­lens

Die Ver­trags­staa­ten sichern dem Kind, das fähig ist, sich eine eige­ne Mei­nung zu bil­den, das Recht zu, die­se Mei­nung in allen das Kind berüh­ren­den Ange­le­gen­hei­ten frei zu äußern, und berück­sich­ti­gen die Mei­nung des Kin­des ange­mes­sen und ent­spre­chend sei­nem Alter und sei­ner Rei­fe.

Zu die­sem Zweck wird dem Kind ins­be­son­de­re Gele­gen­heit gege­ben, in allen das Kind berüh­ren­den Gerichts- oder Ver­wal­tungs­ver­fah­ren ent­we­der unmit­tel­bar oder durch einen Ver­tre­ter oder eine geeig­ne­te Stel­le im Ein­klang mit den inner­staat­li­chen Ver­fah­rens­vor­schrif­ten gehört zu wer­den.

Arti­kel 13 – Mei­nungs- und Infor­ma­ti­ons­frei­heit

Das Kind hat das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung; die­ses Recht schließt die Frei­heit ein, unge­ach­tet der Staats­gren­zen Infor­ma­tio­nen und Gedan­ken­gut jeder Art in Wort, Schrift oder Druck, durch Kunst­wer­ke oder ande­re vom Kind gewähl­te Mit­tel sich zu beschaf­fen, zu emp­fan­gen und wei­ter­zu­ge­ben.

Die Aus­übung die­ses Rechts kann bestimm­ten, gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die erfor­der­lich sind

  • für die Ach­tung der Rech­te oder des Rufes ande­rer oder
  • für den Schutz der natio­na­len Sicher­heit, der öffent­li­chen Ord­nung (ord­re public), der Volks­ge­sund­heit oder der öffent­li­chen Sitt­lich­keit.

Arti­kel 14 – Gedanken‑, Gewis­sens- und Reli­gi­ons­frei­heit

Die Ver­trags­staa­ten ach­ten das Recht des Kin­des auf Gedanken‑, Gewis­sens- und Reli­gi­ons­frei­heit.

Die Ver­trags­staa­ten ach­ten die Rech­te und Pflich­ten der Eltern und gege­be­nen­falls des Vor­munds, das Kind bei der Aus­übung die­ses Rechts in einer sei­ner Ent­wick­lung ent­spre­chen­den Wei­se zu lei­ten.

Die Frei­heit, sei­ne Reli­gi­on oder Welt­an­schau­ung zu bekun­den, darf nur den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die zum Schutz der öffent­li­chen Sicher­heit, Ord­nung, Gesund­heit oder Sitt­lich­keit oder der Grund­rech­te und ‑frei­hei­ten ande­rer erfor­der­lich sind.

Arti­kel 15 – Ver­ei­ni­gungs- und Ver­samm­lungs­frei­heit

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen das Recht des Kin­des an, sich frei mit ande­ren zusam­men­zu­schlie­ßen und sich fried­lich zu ver­sam­meln.

Die Aus­übung die­ses Rechts darf kei­nen ande­ren als den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Ein­schrän­kun­gen unter­wor­fen wer­den, die in einer demo­kra­ti­schen Gesell­schaft im

Arti­kel 16 – Schutz der Pri­vat­sphä­re und Ehre

Kein Kind darf will­kür­li­chen oder rechts­wid­ri­gen Ein­grif­fen in sein Pri­vat­le­ben, sei­ne Fami­lie, sei­ne Woh­nung oder sei­nen Schritt­ver­kehr oder rechts­wid­ri­gen Beein­träch­ti­gun­gen sei­ner Ehre und sei­nes Rufes aus­ge­setzt wer­den.

Das Kind hat Anspruch auf recht­li­chen Schutz gegen sol­che Ein­grif­fe oder Beein­träch­ti­gun­gen.

Arti­kel 17 – Zugang zu den Medi­en; Kin­der- und Jugend­schutz

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen die wich­ti­ge Rol­le der Mas­sen­me­di­en an und stel­len sicher, dass das Kind Zugang hat zu Infor­ma­tio­nen und Mate­ri­al aus einer Viel­falt natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Quel­len, ins­be­son­de­re der­je­ni­gen, wel­che die För­de­rung sei­nes sozia­len, see­li­schen und sitt­li­chen Wohl­erge­hens sowie sei­ner kör­per­li­chen und geis­ti­gen Gesund­heit zum Ziel haben. Zu die­sem Zweck wer­den die Ver­trags­staa­ten

  • die Mas­sen­me­di­en ermu­ti­gen, Infor­ma­tio­nen und Mate­ri­al zu ver­brei­ten, die für das Kind von sozia­lem und kul­tu­rel­lem Nut­zen sind und dem Geist des Arti­kels 29 ent­spre­chen;
  • die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit bei der Her­stel­lung, beim Aus­tausch und bei der Ver­brei­tung die­ser Infor­ma­tio­nen und die­ses Mate­ri­als aus einer Viel­falt natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler kul­tu­rel­ler Quel­len för­dern;
  • die Her­stel­lung und Ver­brei­tung von Kin­der­bü­chern för­dern;
  • die Mas­sen­me­di­en ermu­ti­gen, den sprach­li­chen Bedürf­nis­sen eines Kin­des, das einer Min­der­heit ange­hört oder Urein­woh­ner ist, beson­ders Rech­nung zu tra­gen;
  • die Erar­bei­tung geeig­ne­ter Richt­li­ni­en zum Schutz des Kin­des vor Infor­ma­tio­nen und Mate­ri­al, die sein Wohl­erge­hen beein­träch­ti­gen, för­dern, wobei die Arti­kel 13 und 18 zu berück­sich­ti­gen sind.

Arti­kel 18 – Ver­ant­wor­tung für das Kin­des­wohl

Die Ver­trags­staa­ten bemü­hen sich nach bes­ten Kräf­ten, die Aner­ken­nung des Grund­sat­zes sicher­zu­stel­len, dass bei­de Eltern­tei­le gemein­sam für die Erzie­hung und Ent­wick­lung des Kin­des ver­ant­wort­lich sind. Für die Erzie­hung und Ent­wick­lung des Kin­des sind in ers­ter Linie die Eltern oder gege­be­nen­falls der Vor­mund ver­ant­wort­lich.

Dabei ist das Wohl des Kin­des ihr Grund­an­lie­gen.
Zur Gewähr­leis­tung und För­de­rung der in die­sem Über­ein­kom­men fest­ge­leg­ten Rech­te unter­stüt­zen die Ver­trags­staa­ten die Eltern und den Vor­mund in ange­mes­se­ner Wei­se bei der Erfül­lung ihrer Auf­ga­be, das Kind zu erzie­hen, und sor­gen für den Aus­bau von Insti­tu­tio­nen, Ein­rich­tun­gen und Diens­ten für die Betreu­ung von Kin­dern.

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um sicher­zu­stel­len, dass Kin­der berufs­tä­ti­ger Eltern das Recht haben, die für sie in Betracht kom­men­den Kin­der­be­treu­ungs­diens­te und ‑ein­rich­tun­gen zu nut­zen.

Arti­kel 19 – Schutz vor Gewalt­an­wen­dung, Miss­hand­lung, Ver­wahr­lo­sung

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Gesetzgebungs‑, Verwaltungs‑, Sozi­al- und Bil­dungs­maß­nah­men, um das Kind vor jeder Form kör­per­li­cher oder geis­ti­ger Gewalt­an­wen­dung, Scha­dens­zu­fü­gung oder Miss­hand­lung, vor Ver­wahr­lo­sung Oder Ver­nach­läs­si­gung, vor schlech­ter Behand­lung oder Aus­beu­tung ein­schließ­lich des sexu­el­len Miss­brauchs zu schüt­zen, solan­ge es sich in der Obhut der Eltern oder eines Eltern­teils, eines Vor­munds oder ande­ren gesetz­li­chen Ver­tre­ters oder einer ande­ren Per­son befin­det, die das Kind betreut.

Diver­se Schutz­maß­nah­men sol­len je nach den Gege­ben­hei­ten wirk­sa­me Ver­fah­ren zur Auf­stel­lung von Sozi­al­pro­gram­men ent­hal­ten, die dem Kind und denen, die es betreu­en, die erfor­der­li­che Unter­stüt­zung gewäh­ren und ande­re For­men der Vor­beu­gung vor­se­hen sowie Maß­nah­me zur Auf­de­ckung, Mel­dung, Wei­ter­ver­wei­sung, Unter­su­chung, Behand­lung und Nach­be­treu­ung in den in Absatz 1 beschrie­be­nen Fäl­len schlech­ter Behand­lung von Kin­dern und gege­be­nen­falls für das Ein­schrei­ten der Gerich­te.

Arti­kel 20 – Von der Fami­lie getrennt leben­de Kin­der; Pfle­ge­fa­mi­lie; Adop­ti­on

Ein Kind, das vor­über­ge­hend oder dau­ernd aus sei­ner fami­liä­ren Umge­bung her­aus­ge­löst wird oder dem der Ver­bleib in die­ser Umge­bung im eige­nen Inter­es­se nicht gestat­tet wer­den kann, hat Anspruch auf den beson­de­ren Schutz und Bei­stand des Staa­tes.

Die Ver­trags­staa­ten stel­len nach Maß­ga­be ihres inner­staat­li­chen Rechts ande­re For­men der Betreu­ung eines sol­chen Kin­des sicher.

Als ande­re Form der Betreu­ung kommt unter ande­rem die Auf­nah­me in eine Pfle­ge­fa­mi­lie, die Kafa­la nach isla­mi­schem Recht, die Adop­ti­on oder, falls erfor­der­lich, die Unter­brin­gung in einer geeig­ne­ten Kin­der­be­treu­ungs­ein­rich­tung in Betracht. Bei der Wahl zwi­schen die­sen Lösun­gen sind die erwünsch­te Kon­ti­nui­tät in der Erzie­hung des Kin­des sowie die eth­ni­sche, reli­giö­se, kul­tu­rel­le und sprach­li­che Her­kunft des Kin­des gebüh­rend zu berück­sich­ti­gen.

Arti­kel 21 – Adop­ti­on

Die Ver­trags­staa­ten, die das Sys­tem der Adop­ti­on aner­ken­nen oder zulas­sen, gewähr­leis­ten, dass dem Wohl des Kin­des bei der Adop­ti­on die höchs­te Bedeu­tung zuge­mes­sen wird; die Ver­trags­staa­ten

  1. stel­len sicher, dass die Adop­ti­on eines Kin­des nur durch die zustän­di­gen Behör­den bewil­ligt wird, die nach den anzu­wen­den­den Rechts­vor­schrif­ten und Ver­fah­ren und auf der Grund­la­ge aller ver­läss­li­chen ein­schlä­gi­gen Infor­ma­tio­nen ent­schei­den, dass die Adop­ti­on ange­sichts des Sta­tus des Kin­des in bezug auf Eltern, Ver­wand­te und einen Vor­mund zuläs­sig ist und dass, soweit dies erfor­der­lich ist, die betrof­fe­nen Per­so­nen in Kennt­nis der Sach­la­ge und auf der Grund­la­ge einer gege­be­nen­falls erfor­der­li­chen Bera­tung der Adop­ti­on zuge­stimmt haben;
  2. erken­nen an, dass die inter­na­tio­na­le Adop­ti­on als ande­re Form der Betreu­ung ange­se­hen wer­den kann, wenn das Kind nicht in sei­nem Hei­mat­land in einer Pfle­ge- oder Adop­ti­ons­fa­mi­lie unter­ge­bracht oder wenn es dort nicht in geeig­ne­ter Wei­se betreut wer­den kann;
  3. stel­len sicher, dass das Kind im Fall einer inter­na­tio­na­len Adop­ti­on in den Genuss der für natio­na­le Adop­tio­nen gel­ten­den Schutz­vor­schrif­ten und Nor­men kommt;
    tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um sicher­zu­stel­len, dass bei inter­na­tio­na­ler Adop­ti­on für die Betei­lig­ten kei­ne unstatt­haf­ten Ver­mö­gens­vor­tei­le ent­ste­hen;
  4. för­dern die Zie­le die­ses Arti­kels gege­be­nen­falls durch den Abschluss zwei- oder mehr­sei­ti­ger Über­ein­künf­te und bemü­hen sich in die­sem Rah­men sicher­zu­stel­len, dass die Unter­brin­gung des Kin­des in einem ande­ren Land durch die zustän­di­gen Behör­den oder Stel­len durch­ge­führt wird.

Arti­kel 22 – Flücht­lings­kin­der

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen geeig­ne­te Maß­nah­men, um sicher­zu­stel­len, dass ein Kind, das die Rechts­stel­lung eines Flücht­lings begehrt oder nach Maß­ga­be der anzu­wen­den­den Regeln und Ver­fah­ren des Völ­ker­rechts oder des inner­staat­li­chen Rechts als Flücht­ling ange­se­hen wird; ange­mes­se­nen Schutz und huma­ni­tä­re Hil­fe bei der Wahr­neh­mung der Rech­te erhält, die in die­sem Über­ein­kom­men oder in ande­ren inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­ten über Men­schen­rech­te oder über huma­ni­tä­re Fra­gen, denen die genann­ten Staa­ten als Ver­trags­par­tei­en ange­hö­ren, fest­ge­legt sind, und zwar unab­hän­gig davon, ob es sich in Beglei­tung sei­ner Eltern oder einer ande­ren Per­son befin­det oder nicht.

Zu die­sem Zweck wir­ken die Ver­trags­staa­ten in der ihnen ange­mes­sen erschei­nen­den Wei­se bei allen Bemü­hun­gen mit, wel­che die Ver­ein­ten Natio­nen und ande­re zustän­di­ge zwi­schen­staat­li­che oder nicht­staat­li­che Orga­ni­sa­tio­nen, die mit den Ver­ein­ten Natio­nen zusam­men­ar­bei­ten, unter­neh­men, um ein sol­ches Kind zu schüt­zen, um ihm zu hel­fen und um die Eltern oder ande­re Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge eines Flücht­lings­kinds aus­fin­dig zu machen mit dem Ziel, die für eine Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen zu erlan­gen. Kön­nen die Eltern oder ande­re Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge nicht aus­fin­dig gemacht wer­den, so ist dem Kind im Ein­klang mit den in die­sem Über­ein­kom­men ent­hal­te­nen Grund­sät­zen der­sel­be Schutz zu gewäh­ren wie jedem ande­ren Kind, das aus irgend­ei­nem Grund dau­ernd oder vor­über­ge­hend aus sei­ner fami­liä­ren Umge­bung her­aus­ge­löst ist.

Arti­kel 23 – För­de­rung behin­der­ter Kin­der

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen an, dass ein geis­tig oder kör­per­lich behin­der­tes Kind ein erfüll­tes und men­schen­wür­di­ges Leben unter Bedin­gun­gen füh­ren soll, wel­che die Wür­de des Kin­des wah­ren, sei­ne Selb­stän­dig­keit för­dern und sei­ne akti­ve Teil­nah­me am Leben der Gemein­schaft erleich­tern.

Die Ver­trags­staa­ten. erken­nen das Recht des behin­der­ten Kin­des auf beson­de­re Betreu­ung an und tre­ten dafür ein und stel­len sicher, dass dem behin­der­ten Kind und den für sei­ne Betreu­ung Ver­ant­wort­li­chen im Rah­men der ver­füg­ba­ren Mit­tel auf Antrag die Unter­stüt­zung zuteil wird, die dem Zustand des Kin­des sowie den Lebens­um­stän­den der Eltern oder ande­rer Per­so­nen, die das Kind betreu­en, ange­mes­sen ist.

In Aner­ken­nung der beson­de­ren Bedürf­nis­se eines behin­der­ten Kin­des ist die nach Absatz 2 gewähr­te Unter­stüt­zung soweit irgend mög­lich und unter Berück­sich­ti­gung der finan­zi­el­len Mit­tel der Eltern oder ande­rer Per­so­nen, die das Kind betreu­en, unent­gelt­lich zu leis­ten und so zu gestal­ten, dass sicher­ge­stellt ist, dass Erzie­hung, Aus­bil­dung, Gesund­heits­diens­te, Reha­bi­li­ta­ti­ons­diens­te, Vor­be­rei­tung auf das Berufs­le­ben und Erho­lungs­mög­lich­kei­ten dem behin­der­ten Kind tat­säch­lich in einer Wei­se zugäng­lich sind, die der mög­lichst voll­stän­di­gen sozia­len Inte­gra­ti­on und indi­vi­du­el­len Ent­fal­tung des Kin­des ein­schließ­lich sei­ner kul­tu­rel­len und geis­ti­gen Ent­wick­lung för­der­lich ist.

Die Ver­trags­staa­ten för­dern im Geist der inter­na­tio­na­len Zusam­men­ar­beit den Aus­tausch sach­dien­li­cher Infor­ma­tio­nen im Bereich der Gesund­heits­vor­sor­ge und der medi­zi­ni­schen, psy­cho­lo­gi­schen und funk­tio­nel­len Behand­lung behin­der­ter Kin­der ein­schließ­lich der Ver­brei­tung von Infor­ma­tio­nen über Metho­den der Reha­bi­li­ta­ti­on, der Erzie­hung und der Berufs­aus­bil­dung und des Zugangs zu sol­chen Infor­ma­tio­nen, um es den Ver­trags­staa­ten zu ermög­li­chen, in die­sen Berei­chen ihre Fähig­kei­ten und ihr Fach­wis­sen zu ver­bes­sern und wei­te­re Erfah­run­gen zu sam­meln. Dabei sind die Bedürf­nis­se der Ent­wick­lungs­län­der beson­ders zu berück­sich­ti­gen.

Arti­kel 24 – Gesund­heits­vor­sor­ge

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen das Recht des Kin­des auf das erreich­ba­re Höchst­maß an Gesund­heit an sowie auf Inan­spruch­nah­me von Ein­rich­tun­gen zur Behand­lung von Krank­hei­ten und zur Wie­der­her­stel­lung der Gesund­heit. Die Ver­trags­staa­ten bemü­hen sich sicher­zu­stel­len, dass kei­nem Kind das Recht auf Zugang zu der­ar­ti­gen Gesund­heits­diens­ten vor­ent­hal­ten wird.

Die Ver­trags­staa­ten bemü­hen sich, die vol­le Ver­wirk­li­chung die­ses Rechts sicher­zu­stel­len, und tref­fen ins­be­son­de­re geeig­ne­te Maß­nah­men, um

  1. die Säug­lings- und Kin­der­sterb­lich­keit zu ver­rin­gern;
  2. sicher­zu­stel­len, dass alle Kin­der die not­wen­di­ge ärzt­li­che Hil­fe und Gesund­heits­für­sor­ge erhal­ten, wobei beson­de­rer Nach­druck auf den Aus­bau der gesund­heit­li­chen Grund­ver­sor­gung gelegt wird;
  3. Krank­hei­ten sowie Unter- und Fehl­ernäh­rung auch im Rah­men der gesund­heit­li­chen Grund­ver­sor­gung zu bekämp­fen, unter ande­rem durch den Ein­satz leicht zugäng­li­cher Tech­nik und durch die Bereit­stel­lung aus­rei­chen­der voll­wer­ti­ger Nah­rungs­mit­tel und sau­be­ren Trink­was­sers, wobei die Gefah­ren und Risi­ken der Umwelt­ver­schmut­zung zu berück­sich­ti­gen sind;
  4. eine ange­mes­se­ne Gesund­heits­für­sor­ge für Müt­ter vor und nach der Ent­bin­dung sicher­zu­stel­len;
  5. sicher­zu­stel­len, dass allen Tei­len der Gesell­schaft, ins­be­son­de­re Eltern und Kin­dern, Grund­kennt­nis­se über die Gesund­heit und Ernäh­rung des Kin­des, die Vor­tei­le des Stil­lens, die Hygie­ne und die Sau­ber­hal­tung der Umwelt sowie die Unfall­ver­hü­tung ver­mit­telt wer­den, dass sie Zugang zu der ent­spre­chen­den Schu­lung haben und dass sie bei der Anwen­dung die­ser Grund­kennt­nis­se Unter­stüt­zung erhal­ten;
  6. die Gesund­heits­vor­sor­ge, die Eltern­be­ra­tung sowie die Auf­klä­rung und die Diens­te auf dem Gebiet der Fami­li­en­pla­nung aus­zu­bau­en.

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle wirk­sa­men und geeig­ne­ten Maß­nah­men, um über­lie­fer­te Bräu­che, die für die Gesund­heit der Kin­der schäd­lich. sind, abzu­schaf­fen.

Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit zu unter­stüt­zen und zu för­dern, um fort­schrei­tend die vol­le Ver­wirk­li­chung des in die­sem Arti­kel aner­kann­ten Rechts zu errei­chen. Dabei sind die Bedürf­nis­se der Ent­wick­lungs­län­der beson­ders zu berück­sich­ti­gen.

Arti­kel 25 – Unter­brin­gung

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen an, dass ein Kind, das von den zustän­di­gen Behör­den wegen einer kör­per­li­chen oder geis­ti­gen Erkran­kung zur Betreu­ung, zum Schutz der Gesund­heit oder zur Behand­lung unter­ge­bracht wor­den ist, das Recht hat auf eine regel­mä­ßi­ge Über­prü­fung der dem Kind gewähr­ten Behand­lung sowie aller ande­ren Umstän­de, die für sei­ne Unter­brin­gung von Belang sind.

Arti­kel 26 – Sozia­le Sicher­heit

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen das Recht jedes Kin­des auf Leis­tun­gen der sozia­len Sicher­heit ein­schließ­lich der Sozi­al­ver­si­che­rung an und tref­fen die erfor­der­li­chen Maß­nah­men, um die vol­le Ver­wirk­li­chung die­ses Rechts in Über­ein­stim­mung mit dem inner­staat­li­chen Recht sicher­zu­stel­len.

Die Leis­tun­gen sol­len gege­be­nen­falls unter Berück­sich­ti­gung der wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se und der sons­ti­gen Umstän­de des Kin­des und der Unter­halts­pflich­ti­gen sowie ande­rer für die Bean­tra­gung von Leis­tun­gen durch das Kind oder im Namen des Kin­des maß­geb­li­cher Gesichts­punk­te gewährt wer­den.

Arti­kel 27 – Ange­mes­se­ne Lebens­be­din­gun­gen; Unter­halt

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen das Recht jedes Kin­des auf einen sei­ner kör­per­li­chen, geis­ti­gen, see­li­schen, sitt­li­chen und sozia­len Ent­wick­lung ange­mes­se­nen Lebens­stan­dard an.

Es ist in ers­ter Linie Auf­ga­be der Eltern oder ande­rer für das Kind ver­ant­wort­li­cher Per­so­nen, im. Rah­men ihrer Fähig­kei­ten und finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten die für die Ent­wick­lung des Kin­des not­wen­di­gen Lebens­be­din­gun­gen sicher­zu­stel­len.

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen gemäß ihren inner­staat­li­chen Ver­hält­nis­sen und im Rah­men ihrer Mit­tel geeig­ne­te Maß­nah­men, um den Eltern und ande­ren für das Kind ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen bei der Ver­wirk­li­chung die­ses Rechts zu hel­fen, und sehen bei Bedürf­tig­keit mate­ri­el­le Hilfs- und Unter­stüt­zungs­pro­gramr­ne ins­be­son­de­re im Hin­blick auf Ernäh­rung, Beklei­dung und Woh­nung vor.

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um die Gel­tend­ma­chung von Unter­halts­an­sprü­chen des Kin­des gegen­über den Eltern oder ande­ren finan­zi­ell für das Kind ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen sowohl inner­halb des Ver­trags­staats als auch im Aus­land sicher­zu­stel­len. Ins­be­son­de­re för­dern die Ver­trags­staa­ten, wenn die für das Kind finan­zi­ell ver­ant­wort­li­che Per­son in einem ande­ren Staat lebt als das Kind, den Bei­tritt zu inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­ten oder den Abschluss sol­cher Über­ein­künf­te sowie ande­re geeig­ne­te Rege­lun­gen.

Arti­kel 28 – Recht auf Bil­dung; Schu­le; Berufs­aus­bil­dung

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen das Recht des Kin­des auf Bil­dung an; um die Ver­wirk­li­chung die­ses Rechts auf der Grund­la­ge der Chan­cen­gleich­heit fort­schrei­tend zu errei­chen, wer­den sie ins­be­son­de­re

  1. den Besuch der Grund­schu­le für alle zur Pflicht und unent­gelt­lich machen;
  2. die Ent­wick­lung ver­schie­de­ner For­men der wei­ter­füh­ren­den Schu­len all­ge­mein­bil­den­der und berufs­bil­den­der Art för­dern, sie allen Kin­dern ver­füg­bar und zugäng­lich machen und geeig­ne­te Maß­nah­men wie die Ein­füh­rung der Unent­gelt­lich­keit und die Bereit­stel­lung. finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung bei Bedürf­tig­keit tref­fen;
  3. allen ent­spre­chend ihren Fähig­kei­ten den Zugang zu den Hoch­schu­len mit allen geeig­ne­ten Mit­teln ermög­li­chen;
  4. Bil­dungs- und Berufs­be­ra­tung allen Kin­dern ver­füg­bar und zugäng­lich machen;
  5. Maß­nah­men tref­fen, die den regel­mä­ßi­gen Schul­be­such för­dern und den Anteil der­je­ni­gen, wel­che die Schu­le vor­zei­tig ver­las­sen, ver­rin­gern.

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um sicher­zu­stel­len, dass die Dis­zi­plin in der Schu­le in einer Wei­se gewahrt wird, die der Men­schen­wür­de des Kin­des ent­spricht und im Ein­klang mit die­sem Über­ein­kom­men steht.

Die Ver­trags­staa­ten för­dern die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit im Bil­dungs­we­sen, ins­be­son­de­re um zur Besei­ti­gung von Unwis­sen­heit und Analpha­be­ten­tum in der Welt bei­zu­tra­gen und den Zugang zu wis­sen­schaft­li­chen und tech­ni­schen Kennt­nis­sen und moder­nen Unter­richts­me­tho­den zu erleich­tern. Dabei sind die Bedürf­nis­se der Ent­wick­lungs­län­der beson­ders zu berück­sich­ti­gen.

Arti­kel 29 – Bil­dungs­zie­le; Bil­dungs­ein­rich­tun­gen

Die Ver­trags­staa­ten stim­men dar­in über­ein, dass die Bil­dung des Kin­des. dar­auf gerich­tet sein muß,

  1. die Per­sön­lich­keit, die Bega­bung und die geis­ti­gen und kör­per­li­chen Fähig­kei­ten des Kin­des voll zur Ent­fal­tung zu brin­gen;
  2. dem Kind Ach­tung vor den Men­schen­rech­ten und Grund­frei­hei­ten und den in der Char­ta der Ver­ein­ten Natio­nen ver­an­ker­ten Grund­sät­zen zu ver­mit­teln;
  3. dem Kind Ach­tung vor sei­nen Eltern, sei­ner kul­tu­rel­len Iden­ti­tät, sei­ner Spra­che und sei­nen kul­tu­rel­len Wer­ten, den natio­na­len Wer­ten des Lan­des, in dem es lebt,- und gege­be­nen­falls des Lan­des, aus dem es stammt, sowie vor ande­ren Kul­tu­ren als der eige­nen zu ver­mit­teln;
  4. das Kind auf ein ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes Leben in einer frei­en Gesell­schaft im Geist der Ver­stän­di­gung, des Frie­dens, der Tole­ranz; der Gleich­be­rech­ti­gung der Geschlech­ter und der Freund­schaft zwi­schen allen Völ­kern und eth­ni­schen, natio­na­len und reli­giö­sen Grup­pen sowie zu Urein­woh­nern vor­zu­be­rei­ten;
  5. dem Kind Ach­tung vor der natür­li­chen Umwelt zu ver­mit­teln.

Die­ser Arti­kel und Arti­kel 28 dür­fen nicht so aus­ge­legt wer­den, dass sie die Frei­heit natür­li­cher oder juris­ti­scher Per­so­nen beein­träch­ti­gen, Bil­dungs­ein­rich­tun­gen zu grün­den und zu füh­ren, sofern die in Absatz 1 fest­ge­leg­ten Grund­sät­ze beach­tet wer­den und die in sol­chen Ein­rich­tun­gen ver­mit­tel­te Bil­dung den von dem Staat gege­be­nen­falls fest­ge­leg­ten Min­dest­nor­men ent­spricht.

Arti­kel 30 – Min­der­hei­ten­schutz

In Staa­ten, in denen es eth­ni­sche, reli­giö­se oder sprach­li­che Min­der­hei­ten oder Urein­woh­ner gibt, darf einem Kind, das einer sol­chen Min­der­heit ange­hört oder Urein­woh­ner ist, nicht das Recht vor­ent­hal­ten wer­den, in Gemein­schaft mit ande­ren Ange­hö­ri­gen sei­ner Grup­pe sei­ne eige­ne Kul­tur zu pfle­gen, sich zu sei­ner eige­nen Reli­gi­on zu beken­nen und sie aus­zu­üben oder sei­ne eige­ne Spra­che zu ver­wen­den.

Arti­kel 31 – Betei­li­gung an Frei­zeit, kul­tu­rel­lem und künst­le­ri­schem Leben, staat­li­che För­de­rung

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen das Recht des Kin­des auf Ruhe und Frei­zeit an, auf Spiel und alters­ge­mä­ße akti­ve Erho­lung sowie auf freie Teil­nah­me am kul­tu­rel­len und künst­le­ri­schen Leben.

Die Ver­trags­staa­ten ach­ten und för­dern das Recht des Kin­des auf vol­le Betei­li­gung am kul­tu­rel­len und künst­le­ri­schen Leben und för­dern die Bereit­stel­lung geeig­ne­ter und glei­cher Mög­lich­kei­ten für die kul­tu­rel­le und künst­le­ri­sche Betä­ti­gung sowie für akti­ve Erho­lung und Frei­zeit­be­schäf­ti­gung.

Arti­kel 32 – Schutz vor wirt­schaft­li­cher Aus­beu­tung

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen das Recht des Kin­des an, vor wirt­schaft­li­cher Aus­beu­tung geschützt und nicht zu einer Arbeit her­an­ge­zo­gen zu wer­den, die Gefah­ren mit sich brin­gen, die Erzie­hung des Kin­des behin­dern oder die Gesund­heit des Kin­des oder sei­ne kör­per­li­che, geis­ti­ge, see­li­sche, sitt­li­che oder sozia­le Ent­wick­lung schä­di­gen könn­te.

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen Gesetzgebungs‑, Verwaltungs‑, Sozi­al- und Bil­dungs­maß­nah­men, um die Durch­füh­rung die­ses Arti­kels sicher­zu­stel­len. Zu die­sem Zweck und unter Berück­sich­ti­gung der ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen ande­rer inter­na­tio­na­ler Über­ein­künf­te wer­den die Ver­trags­staa­ten ins­be­son­de­re

  • ein oder meh­re­re Min­dest­al­ter für die Zulas­sung zur Arbeit fest­le­gen;
  • eine ange­mes­se­ne Rege­lung der Arbeits­zeit und der Arbeits­be­din­gun­gen vor­se­hen;
  • ange­mes­se­ne Stra­fen oder ande­re Sank­tio­nen zur wirk­sa­men Durch­set­zung die­ses Arti­kels vor­se­hen.

Arti­kel 33 – Schutz vor Sucht­stof­fen

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men ein­schließ­lich Gesetzgebungs‑, Verwaltungs‑, Sozi­al- und Bil­dungs­maß­nah­men, um Kin­der vor dem uner­laub­ten Gebrauch von Sucht­stof­fen und psy­cho­tro­pen Stof­fen im Sin­ne der dies­be­züg­li­chen inter­na­tio­na­len Über­ein­künf­te zu schüt­zen und den Ein­satz von Kin­dern bei der uner­laub­ten Her­stel­lung die­ser Stof­fe und beim uner­laub­ten Ver­kehr mit die­sen Stof­fen zu ver­hin­dern.

Arti­kel 34 – Schutz vor sexu­el­lem Miss­brauch

Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, das Kind vor allen For­men sexu­el­ler Aus­beu­tung und sexu­el­len Miss­brauchs zu schüt­zen. Zu die­sem Zweck tref­fen die Ver­trags­staa­ten ins­be­son­de­re alle geeig­ne­ten inner­staat­li­chen, zwei­sei­ti­gen und mehr­sei­ti­gen Maß­nah­men, um zu ver­hin­dern, dass Kin­der

  • zur Betei­li­gung an rechts­wid­ri­gen sexu­el­len Hand­lun­gen ver­lei­tet oder gezwun­gen wer­den;
  • für die Pro­sti­tu­ti­on oder ande­re rechts­wid­ri­ge sexu­el­le Prak­ti­ken aus­ge­beu­tet wer­den;
  • für por­no­gra­phi­sche Dar­bie­tun­gen und Dar­stel­lun­gen aus­ge­beu­tet wer­den.

Arti­kel 35 – Maß­nah­men gegen Ent­füh­rung und Kin­der­han­del

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten inner­staat­li­chen, zwei­sei­ti­gen und mehr­sei­ti­gen Maß­nah­men, um die Ent­füh­rung und den Ver­kauf von Kin­dern sowie den Han­del mit Kin­dern zu irgend­ei­nem Zweck und in irgend­ei­ner Form zu ver­hin­dern.

Arti­kel 36 – Schutz vor sons­ti­ger Aus­beu­tung

Die Ver­trags­staa­ten schüt­zen das Kind vor allen sons­ti­gen For­men der Aus­beu­tung, die das Wohl des Kin­des in irgend­ei­ner Wei­se beein­träch­ti­gen.

Arti­kel 37 – Ver­bot der Fol­ter, der Todes­stra­fe, lebens­lan­ger Frei­heits­stra­fe, Rechts­bei­stand­schaft

Die Ver­trags­staa­ten stel­len sicher,

  • dass kein Kind der Fol­ter Oder einer ande­ren grau­sa­men, unmensch­li­chen oder ernied­ri­gen­den Behand­lung oder Stra­fe unter­wor­fen wird. Für Straf­ta­ten, die von Per­so­nen vor Voll­endung des acht­zehn­ten Lebens­jahrs began­gen wor­den sind, darf weder die Todes­stra­fe noch lebens­lan­ge Frei­heits­stra­fe ohne die Mög­lich­keit vor­zei­ti­ger Ent­las­sung ver­hängt wer­den:
  • dass kei­nem Kind die Frei­heit rechts­wid­rig oder will­kür­lich ent­zo­gen wird. Fest­nah­me, Frei­heits­ent­zie­hung oder Frei­heits­stra­fe darf bei einem Kind im Ein­klang mit dem Gesetz nur als letz­tes Mit­tel und für die kür­zes­te ange­mes­se­ne Zeit ange­wen­det wer­den;
  • dass jedes Kind, dem die Frei­heit ent­zo­gen ist, mensch­lich und mit Ach­tung vor der dem Men­schen inne­woh­nen­den Wür­de und unter Berück­sich­ti­gung der Bedürf­nis­se von Per­so­nen sei­nes Alters behan­delt wird. Ins­be­son­de­re ist jedes Kind, dem die Frei­heit ent­zo­gen ist, von Erwach­se­nen zu tren­nen, sofern nicht ein ande­res Vor­ge­hen als dem Wohl des Kin­des dien­lich erach­tet wird; jedes Kind hat das Recht, mit sei­ner Fami­lie durch Brief­wech­sel und Besu­che in Ver­bin­dung zu blei­ben, sofern nicht außer­ge­wöhn­li­che Umstän­de vor­lie­gen;
  • dass jedes Kind, dem die Frei­heit ent­zo­gen ist„ das Recht auf umge­hen­den Zugang zu einem rechts­kun­di­gen oder ande­ren geeig­ne­ten Bei­stand und das Recht hat, die Recht­mä­ßig­keit der Frei­heits­ent­zie­hung bei einem Gericht oder einer ‚ande­ren zustän­di­gen, unab­hän­gi­gen und unpar­tei­ischen Behör­de anzu­fech­ten, sowie das Recht auf als­bal­di­ge Ent­schei­dung in einem sol­chen Ver­fah­ren.

Arti­kel 38 – Schutz bei bewaff­ne­ten Kon­flik­ten; Ein­zie­hung zu den Streit­kräf­ten

Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, die für sie ver­bind­li­chen Regeln des in bewaff­ne­ten Kon­flik­ten anwend­ba­ren huma­ni­tä­ren Völ­ker­rechts, die für das Kind Bedeu­tung haben, zu beach­ten und für deren Beach­tung zu sor­gen.

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle durch­führ­ba­ren Maß­nah­men, um sicher­zu­stel­len, dass Per­so­nen, die das fünf­zehn­te Lebens­jahr noch nicht voll­endet haben, nicht unmit­tel­bar an Feind­se­lig­kei­ten teil­neh­men.

Die Ver­trags­staa­ten neh­men davon Abstand, Per­so­nen, die das fünf­zehn­te Lebens­jahr noch nicht voll­endet haben1 zu ihren Streit­kräf­ten ein­zu­zie­hen. Wer­den Per­so­nen zu den Streit­kräf­ten ein­ge­zo­gen, die zwar das fünf­zehn­te, nicht aber das acht­zehn­te Lebens­jahr voll­endet haben, so bemü­hen sich die Ver­trags­staa­ten, vor­ran­gig die jeweils ältes­ten ein­zu­zie­hen.

Im Ein­klang mit ihren Ver­pflich­tun­gen nach dem huma­ni­tä­ren Völ­ker­recht, die Zivil­be­völ­ke­rung in bewaff­ne­ten Kon­flik­ten zu schüt­zen, tref­fen die Ver­trags­staa­ten alle durch­führ­ba­ren Maß­nah­men, um sicher­zu­stel­len, dass von einem bewaff­ne­ten Kon­flikt betrof­fe­ne Kin­der geschützt und betreut wer­den.

Arti­kel 39 – Gene­sung und Wie­der­ein­glie­de­rung geschä­dig­ter Kin­der

Die Ver­trags­staa­ten tref­fen alle geeig­ne­ten Maß­nah­men, um die phy­si­sche und psy­chi­sche Gene­sung und die sozia­le Wie­der­ein­glie­de­rung eines Kin­des zu för­dern, das Opfer irgend­ei­ner Form von Ver­nach­läs­si­gung, Aus­beu­tung oder Miss­hand­lung, der Fol­ter oder einer ande­ren Form grau­sa­mer, unmensch­li­cher oder ernied­ri­gen­der Behand­lung oder Stra­fe oder aber bewaff­ne­ter Kon­flik­te gewor­den ist. Die Gene­sung und Wie­der­ein­glie­de­rung müs­sen in einer Umge­bung statt­fin­den, die der Gesund­heit, der Selbst­ach­tung und der Wür­de des Kin­des för­der­lich ist.

Arti­kel 40 – Behand­lung des Kin­des in Straf­recht und Straf­ver­fah­ren

Die Ver­trags­staa­ten erken­nen das Recht jedes Kin­des an, das der Ver­let­zung der Straf­ge­set­ze ver­däch­tigt, beschul­digt oder über­führt wird, in einer Wei­se behan­delt zu wer­den, die das Gefühl des Kin­des für die eige­ne Wür­de und den eige­nen Wert för­dert, sei­ne Ach­tung vor den Men­schen­rech­ten und Grund­frei­hei­ten ande­rer stärkt und das Alter des Kin­des sowie die Not­wen­dig­keit berück­sich­tigt, sei­ne sozia­le Wie­der­ein­glie­de­rung sowie die Über­nah­me einer kon­struk­ti­ven Rol­le in der Gesell­schaft durch das Kind zu för­dern.

Zu die­sem Zweck stel­len die Ver­trags­staa­ten unter Berück­sich­ti­gung der ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen inter­na­tio­na­ler Über­ein­künf­te ins­be­son­de­re sicher,

  1. dass kein Kind wegen Hand­lun­gen oder Unter­las­sun­gen, die zur Zeit ihrer Bege­hung nach inner­staat­li­chem Recht oder Völ­ker­recht nicht ver­bo­ten waren, der Ver­let­zung der Straf­ge­set­ze ver­däch­tigt, beschul­digt oder über­führt wird;
  2. dass jedes Kind, das einer Ver­let­zung der Straf­ge­set­ze ver­däch­tigt oder beschul­digt wird, Anspruch auf fol­gen­de Min­dest­ga­ran­tien hat:
    1. bis zum gesetz­li­chen Nach­weis der Schuld als unschul­dig zu gel­ten,
    2. unver­züg­lich und unmit­tel­bar über die gegen das Kind erho­be­nen Beschul­di­gun­gen
    3. unter­rich­tet zu wer­den, gege­be­nen­falls durch sei­ne Eltern oder sei­nen Vor­mund, und einen rechts­kun­di­gen oder ande­ren geeig­ne­ten Bei­stand zur Vor­be­rei­tung und Wahr­neh­mung sei­ner Ver­tei­di­gung zu erhal­ten,
    4. sei­ne Sache unver­züg­lich durch eine zustän­di­ge Behör­de oder ein zustän­di­ges Gericht, die Unab­hän­gig und unpar­tei­isch sind, in einem fai­ren Ver­fah­ren ent­spre­chend dem Gesetz ent­schei­den zu las­sen, und zwar in Anwe­sen­heit eines rechts­kun­di­gen Oder ande­ren geeig­ne­ten Bei­stands sowie ‑sofern dies nicht ins­be­son­de­re in Anbe­tracht des Alters oder der Lage des Kin­des als sei­nem Wohl wider­spre­chend ange­se­hen wird ‑in Anwe­sen­heit sei­ner Eltern oder sei­nes Vor­munds,
    5. nicht gezwun­gen zu wer­den, als Zeu­ge aus­zu­sa­gen Oder sich schul­dig zu beken­nen, sowie die. Belas­tungs­zeu­gen zu befra­gen Oder befra­gen zu las­sen und das Erschei­nen und die Ver­neh­mung der Ent­las­tungs­zeu­gen unter glei­chen Bedin­gun­gen zu erwir­ken,
    6. wenn es einer Ver­let­zung der Straf­ge­set­ze über­führt ist, die­se Ent­schei­dung und alle als Fol­ge davon ver­häng­ten Maß­nah­men. durch eine zustän­di­ge über­ge­ord­ne­te Behör­de Oder ein zustän­di­ges höhe­res Gericht, die unab­hän­gig und unpar­tei­isch sind, ent­spre­chend dem Gesetz nach­prü­fen zu las­sen,
    7. die unent­gelt­li­che Hin­zu­zie­hung eines Dol­met­schers zu ver­lan­gen, wenn das Kind die Ver­hand­lungs­spra­che nicht ver­steht oder spricht,
    8. sein Pri­vat­le­ben in allen Ver­fah­rens­ab­schnit­ten voll geach­tet zu sehen.

Die Ver­trags­staa­ten bemü­hen sich, den Erlass von Geset­zen sowie die Schaf­fung von Ver­fah­ren, Behör­den. und Ein­rich­tun­gen zu för­dern, die beson­ders für Kin­der, die einer Ver­let­zung der Straf­ge­set­ze ver­däch­tigt, beschul­digt oder über­führt wer­den, gel­ten oder zustän­dig sind; ins­be­son­de­re

  1. legen sie ein Min­dest­al­ter fest, das ein Kind erreicht haben muss, um als straf­mün­dig ange­se­hen zu wer­den,
  2. tref­fen sie, soweit dies ange­mes­sen und wün­schens­wert ist, Maß­nah­men, um den Fall ohne ein gericht­li­ches Ver­fah­ren zu regeln,. wobei jedoch die Men­schen­rech­te und die Rechts­ga­ran­tien unein­ge­schränkt beach­tet wer­den müs­sen.

Um sicher­zu­stel­len, dass Kin­der in einer Wei­se behan­delt. wer­den, die ihrem Wohl dien­lich ist und ihren Umstän­den sowie der Straf­tat ent­spricht, muß eine Viel­zahl von Vor­keh­run­gen zur Ver­fü­gung ste­hen, wie Anord­nun­gen über Betreu­ung, Anlei­tung und Auf­sicht, wie Bera­tung, Ent­las­sung auf Bewäh­rung, Auf­nah­me in eine Pfle­ge­fa­mi­lie, Bil­dungs- und Berufs­bil­dungs­pro­gram­me und ande­re Alter­na­ti­ven zur Heim­erzie­hung.

Arti­kel 41 – Wei­ter­ge­hen­de inlän­di­sche Bestim­mun­gen

Die­ses Über­ein­kom­men lässt zur Ver­wirk­li­chung der Rech­te des Kin­des bes­ser geeig­ne­te Bestim­mun­gen unbe­rührt, die ent­hal­ten sind

  • im Recht eines Ver­trags­staats oder
  • in dem für die­sen Staat gel­ten­den Völ­ker­recht.

Teil II

Arti­kel 42 – Ver­pflich­tung zur Bekannt­ma­chung

Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, die Grund­sät­ze und Bestim­mun­gen die­ses Über­ein­kom­mens durch geeig­ne­te und wirk­sa­me Maß­nah­men bei Erwach­se­nen und auch bei Kin­dern all­ge­mein bekannt zu machen.

Arti­kel 43 – Ein­set­zung eines Aus­schus­ses für die Rech­te des Kin­des

Zur Prü­fung der Fort­schrit­te, wel­che die Ver­trags­staa­ten bei der Erfül­lung der in die­sem Über­ein­kom­men ein­ge­gan­ge­nen Ver­pflich­tun­gen gemacht haben, wird ein Aus­schuss für die Rech­te des Kin­des ein­ge­setzt, der die nach­ste­hend fest­ge­leg­ten Auf­ga­ben wahr­nimmt.

Der Aus­schuss besteht aus zehn Sach­ver­stän­di­gen von hohem sitt­li­chen Anse­hen und aner­kann­ter Sach­kennt­nis auf dem von die­sem Über­ein­kom­men erfass­ten Gebiet. Die Mit­glie­der des Aus­schus­ses wer­den von den Ver­trags­staa­ten unter ihren Staats­an­ge­hö­ri­gen aus­ge­wählt und sind in per­sön­li­cher Eigen­schaft tätig, wobei auf eine gerech­te geo­gra­phi­sche Ver­tei­lung zu ach­ten ist sowie die haupt­säch­li­chen Rechts­sys­te­me zu berück­sich­ti­gen sind.

Die Mit­glie­der des Aus­schus­ses wer­den in gehei­mer Wahl aus einer Lis­te von Per­so­nen gewählt, die von den Ver­trags­staa­ten vor­ge­schla­gen wor­den sind. Jeder Ver­trags­staat kann einen sei­ner eige­nen Staats­an­ge­hö­ri­gen vor­schla­gen.

Die Wahl des Aus­schus­ses fin­det zum ers­ten Mal spä­tes­tens sechs Mona­te nach Inkraft­tre­ten die­ses Über­ein­kom­mens und danach alle zwei Jah­re statt. Spä­tes­tens vier Mona­te vor jeder Wahl for­dert der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen die Ver­trags­staa­ten schrift­lich auf, ihre Vor­schlä­ge inner­halb von zwei Mona­ten ein­zu­rei­chen. Der Gene­ral­se­kre­tär fer­tigt sodann eine alpha­be­ti­sche Lis­te aller auf die­se Wei­se vor­ge­schla­ge­nen Per­so­nen an unter Anga­be der Ver­trags­staa­ten, die sie vor­ge­schla­gen haben, und über­mit­telt sie den Ver­trags­staa­ten.

Die Wah­len fin­den auf vom Gene­ral­se­kre­tär am Sitz der Ver­ein­ten Natio­nen ein­be­ru­fe­nen Tagun­gen der Ver­trags­staa­ten statt. Auf die­sen Tagun­gen, die beschluß­fä­hig sind, wenn zwei Drit­tel der Ver­trags­staa­ten ver­tre­ten sind, gel­ten die Kan­di­da­ten als in den Aus­schuss gewählt, wel­che die höchs­te Stim­men­zahl und die abso­lu­te Stim­men­mehr­heit der anwe­sen­den und abstim­men­den Ver­tre­ter der Ver­trags­staa­ten auf sich ver­ei­ni­gen.

Die Aus­schuss­mit­glie­der wer­den für vier Jah­re gewählt. Auf erneu­ten Vor­schlag kön­nen sie wie­der­ge­wählt wer­den. Die Amts­zeit von fünf der bei der ers­ten Wahl gewähl­ten Mit­glie­der läuft nach zwei Jah­ren ab; unmit­tel­bar nach der ers­ten Wahl wer­den die Namen die­ser fünf Mit­glie­der vom Vor­sit­zen­den der Tagung durch das Los bestimmt.
Wenn ein Aus­schuss­mit­glied stirbt oder zurück­tritt oder erklärt, dass es aus ande­ren Grün­den die Auf­ga­ben des Aus­schus­ses nicht mehr wahr­neh­men kann, ernennt der Ver­trags­staat, der das Mit­glied vor­ge­schla­gen hat, für die ver­blei­ben­de Amts­zeit mit Zustim­mung des Aus­schus­ses einen ande­ren unter sei­nen Staats­an­ge­hö­ri­gen aus­ge­wähl­ten Sach­ver­stän­di­gen.

Der Aus­schuss gibt sich eine Geschäfts­ord­nung.

Der Aus­schuss wählt sei­nen Vor­stand für zwei Jah­re.

Die Tagun­gen des Aus­schus­ses fin­den in der Regel am Sitz der Ver­ein­ten Natio­nen oder an einem ande­ren vom Aus­schuss bestimm­ten geeig­ne­ten Ort statt. Der Aus­schuss tritt in der Regel ein­mal jähr­lich zusam­men. Die Dau­er der Aus­schuss­ta­gun­gen wird auf einer Tagung der Ver­trags­staa­ten mit Zustim­mung der Gene­ral­ver­samm­lung fest­ge­legt und wenn nötig geän­dert.

Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen stellt dem Aus­schuss das Per­so­nal und die Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung, die die­ser zur wirk­sa­men Wahr­neh­mung sei­ner Auf­ga­ben nach die­sem Über­ein­kom­men benö­tigt.

Die Mit­glie­der des nach die­sem Über­ein­kom­men ein­ge­setz­ten Aus­schus­ses erhal­ten mit Zustim­mung der Gene­ral­ver­samm­lung Bezü­ge aus Mit­teln der Ver­ein­ten Natio­nen zu den von der Gene­ral­ver­samm­lung’ zu beschlie­ßen­den Bedin­gun­gen.

Arti­kel 44 – Berichts­pflicht

Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, dem Aus­schuss über den Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen Berich­te über die Maß­nah­men, die sie zur Ver­wirk­li­chung der in die­sem Über­ein­kom­men aner­kann­ten Rech­te getrof­fen haben, und über die dabei erziel­ten Fort­schrit­te vor­zu­le­gen, und zwar:

  1. inner­halb von zwei Jah­ren nach Inkraft­tre­ten des Über­ein­kom­mens für den betref­fen­den Ver­trags­staat,
  2. danach alle fünf Jah­re.

In den nach die­sem Arti­kel erstat­te­ten Berich­ten ist auf etwa bestehen­de Umstän­de und Schwie­rig­kei­ten hin­zu­wei­sen, wel­che die Ver­trags­staa­ten dar­an hin­dern ‚die in die­sem Über­ein­kom­men vor­ge­se­he­nen Ver­pflich­tun­gen voll zu erfül­len. Die Berich­te müs­sen auch aus­rei­chen­de Anga­ben ent­hal­ten, die dem Aus­schuss ein umfas­sen­des Bild von der Durch­füh­rung des Über­ein­kom­mens in dem betref­fen­den Land ver­mit­teln.

Ein Ver­trags­staat, der dem Aus­schuss einen ers­ten umfas­sen­den Bericht vor­ge­legt hat, braucht in sei­nen nach Absatz 1 Buch­sta­be b vor­ge­leg­ten spä­te­ren Berich­ten die frü­her mit­ge­teil­ten grund­le­gen­den Anga­ben nicht zu wie­der­ho­len.

Der Aus­schuss kann die Ver­trags­staa­ten um wei­te­re Anga­ben über die Durch­füh­rung des Über­ein­kom­mens ersu­chen.

Der Aus­schuss legt der Gene­ral­ver­samm­lung über den Wirt­schafts- und Sozi­al­rat alle zwei Jah­re einen Tätig­keits­be­richt vor.

Die Ver­trags­staa­ten sor­gen für eine wei­te Ver­brei­tung ihrer Berich­te im eige­nen Land.

Arti­kel 45 – Mit­wir­kung ande­rer Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen

Um die wirk­sa­me Durch­füh­rung die­ses Über­ein­kom­mens und die inter­na­tio­na­le Zusam­men­ar­beit auf dem von dem Über­ein­kom­men erfass­ten Gebiet zu för­dern;

  • haben die Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen, das Kin­der­hilfs­werk. der Ver­ein­ten Natio­nen und ande­re Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen das Recht, bei der Erör­te­rung der Durch­füh­rung der­je­ni­gen Bestim­mun­gen des Über­ein­kom­mens ver­tre­ten zu sein, die in ihren Auf­ga­ben­be­reich fal­len. Der Aus­schuss kann, wenn er dies. für ange­bracht hält, die Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen, das Kin­der­hilfs­werk der Ver­ein­ten Natio­nen und ande­re zustän­di­ge Stel­len ein­la­den, sach­kun­di­ge Stel­lung­nah­men zur Durch­füh­rung des Über­ein­kom­mens auf Gebie­ten abzu­ge­ben, die in ihren jewei­li­gen Auf­ga­ben­be­reich fal­len. Der Aus­schuss kann die Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen, das Kin­der­hilfs­werk der Ver­ein­ten Natio­nen und ande­re Orga­ne der Ver­ein­ten Natio­nen ein­la­den, ihm Berich­te über die Durch­füh­rung des Über­ein­kom­mens auf Gebie­ten vor­zu­le­gen, die in ihren Tätig­keits­be­reich fal­len;
  • über­mit­telt der Aus­schuss, wenn er dies für ange­bracht hält, den Son­der­or­ga­ni­sa­tio­nen, dem Kin­der­hilfs­werk der Ver­ein­ten Natio­nen und ande­ren zustän­di­gen Stel­len. Berich­te der Ver­trags­staa­ten, die ein Ersu­chen um fach­li­che Bera­tung oder Unter­stüt­zung oder einen Hin­weis ent­hal­ten, dass ein dies­be­züg­li­ches Bedürf­nis besteht; etwai­ge Bemer­kun­gen und Vor­schlä­ge des Aus­schus­ses zu die­sen Ersu­chen oder Hin­wei­sen wer­den bei­gefügt;
  • kann der Aus­schuss der Gene­ral­ver­samm­lung emp­feh­len, den Gene­ral­se­kre­tär zu ersu­chen, für den Aus­schuss Unter­su­chun­gen über Fra­gen im Zusam­men­hang mit den Rech­ten des Kin­des durch­zu­füh­ren;
  • kann der Aus­schuss auf­grund der Anga­ben, die er nach den Arti­keln 44 und 45 erhal­ten hat, Vor­schlä­ge und all­ge­mei­ne Emp­feh­lun­gen unter­brei­ten. Die­se Vor­schlä­ge und all­ge­mei­nen Emp­feh­lun­gen wer­den den betrof­fe­nen Ver­trags­staa­ten über­mit­telt und der Gene­ral­ver­samm­lung zusam­men mit etwai­gen Bemer­kun­gen der Ver­trags­staa­ten vor­ge­legt.

TEIL III

Arti­kel 46 – Unter­zeich­nung

Die­ses Über­ein­kom­men liegt für alle Staa­ten zur Unter­zeich­nung auf.

Arti­kel 47 – Rati­fi­ka­ti­on

Die­ses Über­ein­kom­men bedarf der Rati­fi­ka­ti­on. Die Rati­fi­ka­ti­ons­ur­kun­den wer­den beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen hin­ter­legt.

Arti­kel 48 – Bei­tritt

Die­ses Über­ein­kom­men steht allen Staa­ten zum Bei­tritt offen. Die Bei­tritts­ur­kun­den wer­den beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen hin­ter­legt.

Arti­kel 49 – Inkraft­tre­ten

Die­ses Über­ein­kom­men tritt am drei­ßigs­ten Tag nach Hin­ter­le­gung der zwan­zigs­ten Rati­fi­ka­ti­ons- oder Bei­tritts­ur­kun­de beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen in Kraft.

Für jeden Staat, der nach Hin­ter­le­gung der zwan­zigs­ten Rati­fi­ka­ti­ons- oder Bei­tritts­ur­kun­de die­ses Über­ein­kom­men rati­fi­ziert oder ihm bei­tritt, tritt es am drei­ßigs­ten Tag nach Hin­ter­le­gung sei­ner eige­nen Rati­fi­ka­ti­ons- oder Bei­tritts­ur­kun­de in Kraft.

Arti­kel 50 – Ände­run­gen

Jeder Ver­trags­staat kann eine Ände­rung vor­schla­gen und sie beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen ein­rei­chen. Der Gene­ral­se­kre­tär über­mit­telt sodann den Ände­rungs­vor­schlag den Ver­trags­staa­ten mit der Auf­for­de­rung, ihm mit­zu­tei­len, ob sie eine Kon­fe­renz der Ver­trags­staa­ten zur Bera­tung und Abstim­mung über den Vor­schlag befür­wor­ten. Befür­wor­tet, inner­halb von vier Mona­ten nach dem Datum der Über­mitt­lung wenigs­tens ein Drit­tel der Ver­trags­staa­ten eine sol­che Kon­fe­renz, so beruft der Gene­ral­se­kre­tär die Kon­fe­renz unter der Schirm­herr­schaft der Ver­ein­ten Natio­nen ein. Jede Ände­rung, die von der Mehr­heit der auf der Kon­fe­renz anwe­sen­den und abstim­men­den Ver­trags­staa­ten ange­nom­men wird, wird der Gene­ral­ver­samm­lung zur Bil­li­gung vor­ge­legt.

Eine nach Absatz 1 ange­nom­me­ne Ände­rung tritt in Kraft, wenn sie von der Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen gebil­ligt und von einer Zwei­drit­tel­mehr­heit der Ver­trags­staa­ten ange­nom­men wor­den ist.

Tritt eine Ände­rung in Kraft so ist sie für die Ver­trags­staa­ten die sie ange­nom­men haben, ver­bind­lich, wäh­rend für die ande­ren Ver­trags­staa­ten wei­ter­hin die Bestim­mun­gen die­ses Über­ein­kom­mens und alle frü­her von ihnen ange­nom­me­nen Ände­run­gen gel­ten.

Arti­kel 51 – Vor­be­hal­te

Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen nimmt den Wort­laut von Vor­be­hal­ten, die ein Staat bei der Rati­fi­ka­ti­on oder beim Bei­tritt anbringt, ent­ge­gen und lei­tet ihn allen Staa­ten zu.

Vor­be­hal­te, die mit Ziel und Zweck die­ses Über­ein­kom­mens unver­ein­bar sind, sind nicht zuläs­sig.

Vor­be­hal­te kön­nen jeder­zeit durch eine an den Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen gerich­te­te dies­be­züg­li­che Noti­fi­ka­ti­on zurück­ge­nom­men wer­den; die­ser setzt alle Staa­ten davon in Kennt­nis. Die Noti­fi­ka­ti­on wird mit dem Tag ihres Ein­gangs beim Gene­ral­se­kre­tär wirk­sam.

Arti­kel 52 – Kün­di­gung

Ein Ver­trags­staat kann die­ses Über­ein­kom­men durch eine an den Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen gerich­te­te schrift­li­che Noti­fi­ka­ti­on kün­di­gen. Die Kün­di­gung wird ein Jahr nach Ein­gang der Noti­fi­ka­ti­on beim Gene­ral­se­kre­tär wirk­sam.

Arti­kel 53 – Ver­wah­rung

Der Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen wird zum Ver­wah­rer die­ses Über­ein­kom­mens bestimmt.

Arti­kel 54 – Urschrift, ver­bind­li­cher Wort­laut

Die Urschrift die­ses Über­ein­kom­mens, des­sen ara­bi­scher, chi­ne­si­scher, eng­li­scher, fran­zö­si­scher, rus­si­scher und spa­ni­scher Wort­laut glei­cher­ma­ßen ver­bind­lich ist, wird beim Gene­ral­se­kre­tär der Ver­ein­ten Natio­nen hin­ter­legt.

Zu Urkund des­sen haben die unter­zeich­ne­ten, von ihren Regie­run­gen hier­zu gehö­rig befug­ten Bevoll­mäch­tig­ten die­ses Über­ein­kom­men unter­schrie­ben.

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