Sexu­el­ler Miss­brauch

Mädchen

Arti­kel 34 der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on ver­pflich­tet die Ver­trags­staa­ten, Maß­nah­men zu ergrei­fen, um Kin­der vor allen For­men sexu­el­ler Aus­beu­tung und sexu­el­len Miss­brauchs zu schüt­zen.

Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land gewähr­leis­tet den in Arti­kel 34 der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on vor­ge­se­hen Schutz ins­be­son­de­re durch die Straf­vor­schrif­ten der

  • § 174 StGB (Sexu­el­ler Miß­brauch von Schutz­be­foh­le­nen),
  • § 176 StGB (Sexu­el­ler Miß­brauch von Kin­dern) ein­schließ­lich der Qua­li­fi­ka­ti­ons­tat­be­stän­de der
    • § 176a StGB (Schwe­rer sexu­el­ler Miß­brauch von Kin­dern) und
    • § 176b StGB (Sexu­el­ler Miß­brauch von Kin­dern mit Todes­fol­ge),
  • § 180 StGB (För­de­rung sexu­el­ler Hand­lun­gen Min­der­jäh­ri­ger)
  • § 180a Abs. 2 Nr. 1 StGB (Aus­beu­tung von min­der­jäh­ri­gen Pro­sti­tu­ier­ten)
  • § 182 StGB (Sexu­el­ler Miß­brauch von Jugend­li­chen) und
  • § 184 StGB (Ver­brei­tung por­no­gra­phi­scher Schrif­ten).

Aus Arti­kel 34 Satz 2 Buch­sta­be a der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on kann nicht gefol­gert wer­den, dass der durch § 182 Abs. 1 StGB vor­ge­se­he­ne Schutz eines Mäd­chen unter sech­zehn Jah­ren vor Ver­füh­rung ent­spre­chend der Begriffs­be­stim­mung des Kin­des in Arti­kel 1 des vor­lie­gen­den Über­ein­kom­mens auf acht­zehn Jah­re und unter Ein­be­zie­hung auch männ­li­cher Jugend­li­cher (vgl. Arti­kel 2 Abs. 1 der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on: “ohne Unter­schied des Geschlechts”) erwei­tert wer­den müss­te. Denn nach Arti­kel 34 Satz 2 Buch­sta­be a sol­len Kin­der nur davor geschützt wer­den, zur Betei­li­gung an “rechts­wid­ri­gen” sexu­el­len Hand­lun­gen über­re­det zu wer­den. Den Ver­trags­staa­ten bleibt damit die Aus­übung eines kri­mi­nal­po­li­ti­schen Ermes­sens bei der Bestim­mung der Straf­bar­keit sol­cher Hand­lun­gen vor­be­hal­ten, wenn­gleich die­ses Ermes­sen unter Berück­sich­ti­gung der Grund­sät­ze des Arti­kels 3 Abs. 1 des Über­ein­kom­mens aus­zu­üben ist.

In die­sem Zusam­men­hang ver­steht es sich von selbst, dass das Pro­blem des sexu­el­len Miss­brauchs von Kin­dern viel­fäl­ti­ge Aspek­te bie­tet, die über den Ein­satz des Straf­rechts hin­aus­ge­hen. In Betracht kom­men auch die Ange­bo­te des erzie­he­ri­schen Kin­der- und Jugend­schut­zes sowie die Hil­fen zur Erzie­hung nach dem Ach­ten Buch des Sozi­al­ge­setz­buchs.

Arti­kel 34
Die Ver­trags­staa­ten ver­pflich­ten sich, das Kind vor allen For­men sexu­el­ler Aus­beu­tung und sexu­el­len Miss­brauchs zu schüt­zen. Zu die­sem Zweck tref­fen die Ver­trags­staa­ten ins­be­son­de­re alle geeig­ne­ten inner­staat­li­chen, zwei­sei­ti­gen und mehr­sei­ti­gen Maß­nah­men, um zu ver­hin­dern, dass Kin­der

  1. zur Betei­li­gung an rechts­wid­ri­gen sexu­el­len Hand­lun­gen ver­lei­tet oder gezwun­gen wer­den;
  2. für die Pro­sti­tu­ti­on oder ande­re rechts­wid­ri­ge sexu­el­le Prak­ti­ken aus­ge­beu­tet wer­den;
  3. für por­no­gra­phi­sche Dar­bie­tun­gen und Dar­stel­lun­gen aus­ge­beu­tet wer­den.

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