Übereinkommen über die Rechte des Kindes

Recht auf Eltern

Paulsen.ElternArtikel 7 Absatz 1 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion gibt dem Kind schließlich „soweit möglich” das Recht, „seine Eltern zu ken­nen und von ihnen betreut zu wer­den”. Wächst das Kind bei seinen Eltern auf und damit inner­halb sein­er Fam­i­lie, wie dies die Kinder­recht­skon­ven­tion in ihren Präam­be­lab­sätzen 5 und 6 als wün­schenswert voraus­set­zt, ver­wirk­licht sich dieses Recht des Kindes von selb­st und es bedarf inner­staatlich kein­er beson­deren geset­zlichen oder admin­is­tra­tiv­en Maß­nah­men.

Artikel 7
(1) Das Kind … hat … soweit möglich das Recht, seine Eltern zu ken­nen und von ihnen betreut zu wer­den.

Die Betreu­ung des Kindes in der Fam­i­lie ist in Deutsch­land ver­fas­sungsrechtlich durch die Garantie des Eltern­rechts (Artikel 6 Abs. 2 Satz 1 GG) gewährleis­tet.

Die Ver­wirk­lichung des Rechts, von den eige­nen Eltern betreut zu wer­den, kann an tat­säch­lichen Gegeben­heit­en scheit­ern (z. B. weil ein Eltern­teil oder bei­de gestor­ben sind).

Sie kann auch aus rechtlichen Grün­den nicht möglich sein, etwa wenn dem Kind der Verbleib in sein­er famil­iären Umge­bung im eige­nen Inter­esse nicht ges­tat­tet wer­den kann (Artikel 20 Abs. 1 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion) und wenn es ein­er „anderen Form der Betreu­ung” zuge­führt wer­den muß (Artikel 20 Abs. 2 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion), worunter das Übereinkom­men neben der Auf­nahme in ein­er Pflege­fam­i­lie auch die Adop­tion oder die Heimunter­bringung ver­ste­ht (Artikel 20 Abs. 3 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion). Der Anspruch auf Betreu­ung durch die eige­nen Eltern ent­fällt in solchen Fällen nach Artikel 7 Absatz 1 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tionohne weit­eres.

Ein Kind von sechzehn Jahren kann im übri­gen in Deutsch­land nach Maß­gabe des § 61 PStG selb­st Ein­sicht in die Per­so­n­en­stands­büch­er nehmen und sich damit über die Per­son sein­er Eltern Gewißheit ver­schaf­fen.