Übereinkommen über die Rechte des Kindes

Recht auf Ruhe, Freizeit und Spiel

Peter Brueghel d.Ä.: Die Kinderspiele, 1560

Peter Brueghel d.Ä.: Die Kinder­spiele, 1560

Das in Artikel 31 Absatz 1 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion anerkan­nte Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit sowie auf Spiel und alters­gemäße Freizeitbeschäf­ti­gung ste­ht in inner­er Beziehung zu dem in Artikel 7 Buch­stabe d des Inter­na­tionalen Pak­tes über wirtschaftliche und soziale Rechte (UN-Sozial­pakt) ver­ankerten Anspruch auf Arbeitspausen, Freizeit, eine angemessene Begren­zung der Arbeit­szeit, regelmäßi­gen bezahlten Urlaub sowie Vergü­tung geset­zlich­er Feiertage, indem es den diesem Recht zugrunde liegen­den Gedanken für die beson­dere Lage eines Kindes, das noch nicht in einem Arbeitsver­hält­nis ste­ht, nutzbar macht.

Das in Artikel 31 Absatz 1 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion weit­er­hin garantierte Recht auf freie Teil­nahme am kul­turellen und kün­st­lerischen Leben bekräftigt dage­gen für das Kind im wesentlichen ein schon in Artikel 15 des UN-Sozial­pak­tes anerkan­ntes kul­turelles Men­schen­recht, das jed­er­mann zuste­ht.

 

Artikel 31
(1) Die Ver­tragsstaat­en erken­nen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und alters­gemäße aktive Erhol­ung sowie auf freie Teil­nahme am kul­turellen und kün­st­lerischen Leben.

(2) Die Ver­tragsstaat­en acht­en und fördern das Recht des Kindes auf volle Beteili­gung am kul­turellen und kün­st­lerischen Leben und fördern die Bere­it­stel­lung geeigneter und gle­ich­er Möglichkeit­en für die kul­turelle und kün­st­lerische Betä­ti­gung sowie für aktive Erhol­ung und Freizeitbeschäf­ti­gung.

Artikel 31 Absatz 2 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion verpflichtet die Ver­tragsstaat­en, das in Absatz 1 genan­nte Recht zu fördern. Wie alle übrigem in der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion garantierten Rechte kön­nen auch die Rechte nach Artikel 31 vom Kind nur nach Maß­gabe der den Eltern oder son­sti­gen erziehungs­berechtigten Per­so­n­en vor­be­hal­te­nen Befug­nisse aus­geübt wer­den (vgl. Artikel 5 er UN-Kinder­recht­skon­ven­tion).

In der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land wird daher zwar das Recht des Kindes auf Ruhe und Erhol­ung, auf Spiel und alters­gemäße Freizeitbeschäf­ti­gung sowie auf freie Teil­nahme am Kul­turleben durch staatliche oder staatlich geförderte Maß­nah­men freier Träger (Jugend­ver­bände, Jugend­wohlfahrtsver­bände) gefördert, seine Ver­wirk­lichung fällt über­wiegend aber in den Tätigkeits- und Ver­ant­wor­tungs­bere­ich des Eltern­haus­es.

Im Rah­men der deutschen Kinder- und Jugend­hil­fe sieht ins­beson­dere § 11 Abs. 3 SGB VIII außer­schulis­che Maß­nah­men der Jugend­bil­dung und der Kinder- und Jugen­der­hol­ung vor.