Übereinkommen über die Rechte des Kindes

Minderheitenschutz

William Krause - Wendisches Mädchen (1912)

William Krause — Wendis­ches Mäd­chen (1912)

In ihrem Artikel 30 garantiert die UN-Kinder­recht­skon­ven­tion garantiert Min­der­heit­en­rechte für die Kinder eth­nis­ch­er, religiös­er oder sprach­lich­er Min­der­heit­en.

Diese Garantie entspricht den Min­der­heit­en­recht­en nach Artikel 27 des Inter­na­tionalen Pak­tes über bürg­er­liche und poli­tis­che Rechte (UN-Zivil­pakt).

Für Artikel 30 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion ist daher vorauszuset­zen, dass eine Min­der­heit im Sinne des Artikels 27 des UN-Zivil­pak­tes vor­liegt.

Diese Voraus­set­zun­gen wer­den in der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land sowohl von der dänis­chen Min­der­heit in Schleswig-Hol­stein wie auch von der sor­bis­chen Min­der­heit in der Lausitz erfüllt. Sowohl die dänis­che wie die sor­bis­che Bevölkerungs­gruppe ver­fügt in ihren Sied­lungs­ge­bi­eten über eigene Schulen, die die Kinder dieser Min­der­heit­en unge­hin­dert besuchen dür­fen. Auch son­st sind die Ange­höri­gen dieser Min­der­heit­en frei, ihre in Artikel 30 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion ange­führten Rechte auszuüben.

 

Artikel 30 In Staat­en, in denen es eth­nis­che, religiöse oder sprach­liche Min­der­heit­en oder Ure­in­wohn­er gibt, darf einem Kind, das ein­er solchen Min­der­heit ange­hört oder Ure­in­wohn­er ist, nicht das Recht voren­thal­ten wer­den, in Gemein­schaft mit anderen Ange­höri­gen sein­er Gruppe seine eigene Kul­tur zu pfle­gen, sich zu sein­er eige­nen Reli­gion zu beken­nen und sie auszuüben oder seine eigene Sprache zu ver­wen­den.

 
Hin­sichtlich der dänis­chen Min­der­heit geht die Bun­desre­pub­lik Deutsch­land mit den von ihr zusam­men mit Däne­mark getrof­fe­nen Regelun­gen zu den Recht­en der dänis­chen Min­der­heit über die Anforderun­gen des Artikels 30 des UN-Kinder­recht­skon­ven­tion überdies erhe­blich hin­aus.

Die Rechte der Min­der­heit der Sor­ben sind ver­fas­sungsrechtlich in den Lan­desver­fas­sun­gen von Bran­den­burg und Sach­sen ver­ankert. So garantiert die Ver­fas­sung des Lan­des Bran­den­burg in Artikel 25 (Rechte der Sor­ben [Wen­den]) und die Ver­fas­sung des Freis­taates Sach­sen in Artikel 5 (Das Volk des Freis­taates Sach­sen) und Artikel 6 (Das sor­bis­che Volk) das Recht auf Bewahrung ihrer nationalen Iden­tität, Sprache, Reli­gion und Kul­tur.