Übereinkommen über die Rechte des Kindes

Massenmedien — Kinderfernsehen und Kinderbücher

FamilienfernsehenDie UN-Kinder­recht­skon­ven­tion beschreibt in ihrem Artikel 17 die Verpflich­tung der Ver­tragsstaat­en, Kinder vor schädlichen Ein­flüssen in den Medi­en zu schützen.

Artikel 17 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion ist von der Überzeu­gung getra­gen, dass der pos­i­tive Ein­fluss der Massen­me­di­en auf Kinder größer ist als der schädliche und dass darum eine pos­i­tive Fas­sung der Bes­tim­mung vorzuziehen sei.1

Artikel 17 erlegt darum den Ver­tragsstaat­en die Verpflich­tung auf, auf die Ausstrahlung von Kinder­sendun­gen und auf die Ver­bre­itung von Kinder­büch­ern hinzuwirken, ins­beson­dere in der Form, dass die Massen­me­di­en zur Ver­bre­itung geeigneter Sendun­gen “ermutigt” oder dass die Ver­bre­itung von Kinder­büch­ern “gefördert” wer­den soll. Ob ein Bedürf­nis beste­ht, in der in Artikel 17 beschriebe­nen Weise “ermuti­gend” oder “fördernd” tätig zu wer­den liegt dabei im Beurteilungser­messen des jew­eili­gen Ver­tragsstaates.

 

Artikel 17
Die Ver­tragsstaat­en erken­nen die wichtige Rolle der Massen­me­di­en an und stellen sich­er, dass das Kind Zugang hat zu Infor­ma­tio­nen und Mate­r­i­al aus ein­er Vielfalt nationaler und inter­na­tionaler Quellen, ins­beson­dere der­jeni­gen, welche die Förderung seines sozialen, seel­is­chen und sit­tlichen Woh­lerge­hens sowie sein­er kör­per­lichen und geisti­gen Gesund­heit zum Ziel haben. Zu diesem Zweck wer­den die Ver­tragsstaat­en

  1. die Massen­me­di­en ermuti­gen, Infor­ma­tio­nen und Mate­r­i­al zu ver­bre­it­en, die für das Kind von sozialem und kul­turellem Nutzen sind und dem Geist des Artikels 29 entsprechen;
  2. die inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit bei der Her­stel­lung, beim Aus­tausch und bei der Ver­bre­itung dieser Infor­ma­tio­nen und dieses Mate­ri­als aus ein­er Vielfalt nationaler und inter­na­tionaler kul­tureller Quellen fördern;
  3. die Her­stel­lung und Ver­bre­itung von Kinder­büch­ern fördern;
  4. die Massen­me­di­en ermuti­gen, den sprach­lichen Bedürfnis­sen eines Kindes, das ein­er Min­der­heit ange­hört oder Ure­in­wohn­er ist, beson­ders Rech­nung zu tra­gen;
  5. die Erar­beitung geeigneter Richtlin­ien zum Schutz des Kindes vor Infor­ma­tio­nen und Mate­r­i­al, die sein Woh­lerge­hen beein­trächti­gen, fördern, wobei die Artikel 13 und 18 zu berück­sichti­gen sind.

 
In der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land wer­den eine Vielzahl von Kinder- und Jugend­sendun­gen ver­bre­it­et und eine Vielzahl von Kinder- und Jugend­büch­ern sowie entsprechende Zeitschriften ange­boten. Das Kind hat hier im Sinne des Artikels 17 “Zugang” zu diesem Mate­r­i­al. Ein Recht des Kindes auf Fernse­hemp­fang oder auf die Lek­türe von Schriften ergibt sich dage­gen aus Artikel 13 Abs. 1 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion, wobei gle­ichzeit­ig aus Artikel 5 der Kon­ven­tion zu schließen ist, dass Kinder von diesem Recht nur insoweit Gebrauch machen kön­nen und dür­fen, als ihnen dies von ihren Eltern in Wahrnehmung ihres Erziehungsauf­trags ges­tat­tet wird.

Das ursprünglich ver­fol­gte Anliegen, das Kind vor schädlichen Ein­flüssen zu schützen, die von den Medi­en aus­ge­hen kön­nen, hat seinen Nieder­schlag lediglich in Artikel 17 Buch­stabe e gefun­den. Inner­staatlich wird dem durch das Gesetz über die Ver­bre­itung jugendge­fährden­der Schriften Rech­nung getra­gen. Daneben verpflichtet § 14 SGB VIII die Träger der öffentlichen Jugend­hil­fe, jun­gen Men­schen und Erziehungs­berechtigten Ange­bote des erzieherischen Kinder- und Jugend­schutzes zu machen.

  1. UNO-Doku­ment E/CN.4/L.1560/Add.14 vom 11. März 1981, S. 21 []