Übereinkommen über die Rechte des Kindes

Kinderbetreuung für berufstätige Eltern

Spielende KinderArtikel 8 Absatz 32 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion verpflichtet die Ver­tragsstaat­en, alle geeigneten Maß­nah­men zu tre­f­fen, um sicherzustellen, dass Kinder beruf­stätiger Eltern das Recht haben, die für sie in Betra­cht kom­menden Kinder­be­treu­ungs­di­en­ste und -ein­rich­tun­gen zu nutzen.

Dass beruf­stätige Eltern das Recht haben, die für sie in Betra­cht kom­menden Kinder­be­treu­ungs­di­en­ste und Kinder­be­treu­ung­sein­rich­tun­gen (soweit vorhan­den) zu benutzen — wozu Absatz 3 die Ver­tragsstaat­en verpflichtet — sollte eigentlich selb­stver­ständlich sein, bere­it­et aber auch der Bun­desre­pub­lik Deutsch­land Prob­leme, die daher rühren, dass in Deutsch­land bish­er immer noch eine aus­re­ichende Zahl von Kinder­garten­plätzen und Hort­plätzen fehlt.

Das Übereinkom­men verpflichtet die Ver­tragsstaat­en allerd­ings nicht, der­ar­tige Ein­rich­tun­gen für alle Kinder zu schaf­fen. Dabei ist zu berück­sichti­gen, dass die Beruf­stätigkeit der Eltern und ins­beson­dere der Mut­ter nicht das einzige Kri­teri­um für die fortschre­i­t­ende Ver­wirk­lichung des in Artikel 18 Absatz 3 der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion umschriebe­nen Rechts ist. Denn die Ein­rich­tun­gen zur Tages­be­treu­ung von Kindern, ins­beson­dere Kindergärten und Hort­en, tra­gen der verän­derten Lebenswirk­lichkeit von Kindern Rech­nung, die sich in der immer häu­figer fehlen­den Geschwis­ter­erfahrung, fehlen­den Spiel- und Begeg­nungsräu­men auf Straßen und Plätzen für gle­ichal­trige Kinder­grup­pen und ein­er starken Erwach­se­nenkonzen­tri­ertheit der All­t­agssi­t­u­a­tion von Kindern zeigt.

Die Bere­it­stel­lung solch­er Ein­rich­tun­gen ist aber eine der Voraus­set­zun­gen, um Erwerb­stätigkeit und Fam­i­lienerziehung bess­er miteinan­der verbinden zu kön­nen. Für allein­erziehende Eltern­teile ist eine kindgerechte Betreu­ungs­form die Voraus­set­zung dafür, weit­er­hin selb­st den Leben­sun­ter­halt erwirtschaften zu kön­nen. Die Erwerb­stätigkeit der Eltern ist daher ein, jedoch nicht der auss­chließliche Grund für die Verpflich­tung von Län­dern und kom­mu­nalen Gebi­et­skör­per­schaften zum bedarf­s­gerecht­en Aus­bau der ver­schiede­nen For­men der Tages­be­treu­ung für Kinder nach § 24 SGB VIII.