Kin­der­ar­beit

Kinderarbeit

Arti­kel 32 der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on kon­kre­ti­siert Arti­kel 10 Nr. 3 Satz 2 des Inter­na­tio­na­len Pak­tes über wirt­schaft­li­che und sozia­le Rech­te (UN-Sozi­al­pakt), der bestimmt, dass Kin­der und Jugend­li­che vor wirt­schaft­li­cher und sozia­ler Aus­beu­tung geschützt wer­den sollen.

Dem­entspre­chend erken­nen die Ver­trags­staa­ten in Arti­kel 32 Absatz 1 der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on das Recht des Kin­des auf Schutz vor wirt­schaft­li­cher Aus­beu­tung und vor einer Her­an­zie­hung zu einer sei­ner Ent­wick­lung schäd­li­chen Arbeit an. Dies bedeu­tet, wie sich aus Arti­kel 32 Absatz 2 der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on ergibt, prak­tisch vor allem, dass die Ver­trags­staa­ten Maß­nah­men auf dem Gebie­te des Jugend­ar­beits­schut­zes ergrei­fen müs­sen, und zwar auch “unter Berück­sich­ti­gung inter­na­tio­na­ler Übereinkünfte”.

Die­se For­mu­lie­rung bezieht sich nach Ansicht der Bun­des­re­pu­blik, nur sol­che inter­na­tio­na­len Ver­trä­ge, denen die Ver­trags­staa­ten des vor­lie­gen­den Über­ein­kom­mens bei­getre­ten sind. Um jedes Miß­ver­ständ­nis über die Trag­wei­te des Arti­kels 32 Abs. 2 unter die­sem Aspekt aus­zu­schlie­ßen, hat die Dele­ga­ti­on der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nach Abschluß der Bera­tun­gen zum UN-Kin­der­recht­süer­ein­kom­men eine ent­spre­chen­de Inter­pre­ta­ti­ons­er­klä­rung zu Pro­to­koll gege­ben.1

Arti­kel 32
(1) Die Ver­trags­staa­ten erken­nen das Recht des Kin­des an, vor wirt­schaft­li­cher Aus­beu­tung geschützt und nicht zu einer Arbeit her­an­ge­zo­gen zu wer­den, die Gefah­ren mit sich brin­gen, die Erzie­hung des Kin­des behin­dern oder die Gesund­heit des Kin­des oder sei­ne kör­per­li­che, geis­ti­ge, see­li­sche, sitt­li­che oder sozia­le Ent­wick­lung schä­di­gen könnte.

(2) Die Ver­trags­staa­ten tref­fen Gesetzgebungs‑, Verwaltungs‑, Sozi­al- und Bil­dungs­maß­nah­men, um die Durch­füh­rung die­ses
Arti­kels sicher­zu­stel­len. Zu die­sem Zweck und unter Berück­sich­ti­gung der ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen ande­rer inter­na­tio­na­ler
Über­ein­künf­te wer­den die Ver­trags­staa­ten insbesondere

  1. ein oder meh­re­re Min­dest­al­ter für die Zulas­sung zur Arbeit festlegen;
  2. eine ange­mes­se­ne Rege­lung der Arbeits­zeit und der Arbeits­be­din­gun­gen vorsehen;
  3. ange­mes­se­ne Stra­fen oder ande­re Sank­tio­nen zur wirk­sa­men Durch­set­zung die­ses Arti­kels vorsehen.

 
Arti­kel 32 Absatz 2 Buch­sta­be a der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on ver­langt nicht, daß für die Zulas­sung zur Beschäf­ti­gung ein ein­heit­li­ches, aus­nahms­los für alle Min­der­jäh­ri­gen und für alle Beschäf­ti­gun­gen gel­ten­des Min­dest­al­ter fest­zu­le­gen wäre. Die „Fest­le­gung eines Min­dest­al­ters” liegt auch vor, wenn je nach Art der Beschäf­ti­gung unter­schied­li­che Min­dest­al­ter fest­ge­setzt wer­den. Auch inso­weit hat die Dele­ga­ti­on der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nach Abschluß der Bera­tun­gen zur UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on eine Inter­pre­ta­ti­ons­er­klä­rung zu Pro­to­koll gege­ben.2

Den Anfor­de­run­gen des Arti­kel 32 Absat­zes 2 der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on trägt inner­staat­lich vor allem das Jugend­ar­beits­schutz­ge­setz Rechnung.

  1. . UNO-Doku­ment E/CN.4/1989/48 vom 2. März 1989, S. 139 TZ 721[]
  2. . UNO-Doku­ment E/CN.4/1989/48 vom 2. März 1989, S. 139 TZ 721[]

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