Übereinkommen über die Rechte des Kindes

Die “Genfer Erklärung”

UNICEF.logoDie Kinder­recht­skon­ven­tion Übereinkom­men ste­ht in der Tra­di­tion der inter­na­tionalen Kinder­schutzbe­we­gung, die sich im “Jahrhun­dert des Kindes” — so der Titel des 1902 erschiene­nen Buch­es der schwedis­chen Päd­a­gogin Ellen Key — dazu aufgerufen fühlte, die Prob­leme der Jugend­hil­fe einem Erfahrungsaus­tausch und Lösungsan­sätzen über die nationalen Gren­zen hin­weg zuzuführen. Schon der Erste Inter­na­tionale Kinder­schutz-Kongress, der 1913 in Brüs­sel durchge­führt wurde, disku­tierte über inter­na­tionale Verträge zum Schutze des Kindes, so über die Ausar­beitung ein­er Kon­ven­tion zur Durch­set­zung von Unter­halt­stiteln im Aus­land. Diese Auf­gaben wur­den nach dem Ersten Weltkrieg vom Völker­bund über­nom­men. Die Fün­fte Ver­samm­lung des Völker­bunds ver­ab­schiedete — gle­ichzeit­ig mit der Beschluß­fas­sung zur Über­nahme der Auf­gaben des inter­na­tionalen Kinder­schutzes — am 26. Sep­tem­ber 1924 eine Erk­lärung (sog. “Gen­fer Erk­lärung”), die als Leitlin­ie dienen sollte und mit der die Belange der Kinder- und Jugend­hil­fe erst­mals als Anliegen der inter­na­tionalen Gemein­schaft anerkan­nt wur­den:

Genfer Erklärung

  1. Das Kind soll in der Lage sein, sich sowohl in materieller wie in geistiger Hin­sicht in natür­lich­er Weise zu entwick­eln.
  2. Das hungernde Kind soll genährt wer­den; das kranke Kind soll gepflegt wer­den; das zurück­ge­bliebene Kind soll ermuntert wer­den; das verir­rte Kind soll auf den guten Weg geführt wer­den; das ver­waiste und ver­lassene Kind soll aufgenom­men und unter­stützt wer­den.
  3. Dem Kind soll in Zeit­en der Not zuerst Hil­fe zuteil wer­den.
  4. Das Kind soll in die Lage ver­set­zt wer­den, seinen Leben­sun­ter­halt zu ver­di­enen und soll gegen jede Aus­beu­tung geschützt wer­den.
  5. Das Kind soll in dem Gedanken erzo­gen wer­den, seine besten Kräfte in den Dienst sein­er Mit­men­schen zu stellen.