Die Arbei­ten zur UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on

United Nations Universal Children’s Day

Im Zusam­men­hang mit dem 20. Jah­res­tag der Ver­kün­dung der “Erklä­rung der Rech­te des Kin­des” führ­ten die Ver­ein­ten Natio­nen das “Jahr des Kin­des” 1979 durch, nach­dem die­se Akti­on, wie sich in der Vor­be­rei­tungs­pha­se gezeigt hat­te, von einer gro­ßen Zahl inter­na­tio­na­ler und natio­na­ler Jugend­wohl­fahrts­ver­bän­de gefor­dert oder begrüßt wor­den war. Auch die Regie­run­gen der Mit­glied­staa­ten der Ver­ein­ten Natio­nen hat­ten ihre Bereit­schaft erklärt, an den Ver­an­stal­tun­gen im “Jahr des Kin­des” mit­zu­wir­ken. In die­sem Zusam­men­hang hat­te die pol­ni­sche Regie­rung vor­ge­schla­gen, die 1959 ver­ab­schie­de­te “Erklä­rung der Rech­te des Kin­des”, ergänzt um eini­ge ver­trags­tech­ni­sche Arti­kel, als “Über­ein­kom­men über die Rech­te des Kin­des” in einen völ­ker­recht­li­chen Ver­trag umzu­wan­deln, der im “Jahr des Kin­des” zur Unter­zeich­nung auf­ge­legt wer­den soll­te. 1

Ande­re Regie­run­gen, dar­un­ter auch die Bun­des­re­gie­rung, hat­ten aller­dings Beden­ken dage­gen, der Kon­ven­ti­on den—vielfach als unbe­frie­di­gend, zumin­dest unvoll­stän­dig angesehenen—Wortlaut der Erklä­rung von 1959 zugrun­de zu legen. Auch bei der im Janu­ar 1979 durch­ge­führ­ten “War­schau­er Kon­fe­renz über den gesetz­li­chen Schutz des Kin­des”, die außer von der Pol­ni­schen Juris­ten­ver­ei­ni­gung von der Inter­na­tio­na­len Ver­ei­ni­gung Demo­kra­ti­scher Juris­ten und von der Inter­na­tio­na­len Juris­ten­kom­mis­si­on durch­ge­führt wur­de, zeig­te sich, dass das Spek­trum der Pro­ble­me, die in einer Kin­der­kon­ven­ti­on auf­zu­grei­fen wären, im Ver­gleich zur Erklä­rung von 1959 wesent­lich umfang­rei­cher sein wür­de. Zum sel­ben Ergeb­nis kam auch die Arbeits­grup­pe, die von der Men­schen­rechts­kom­mis­si­on des Wirt­schafts- und Sozi­al­rats der Ver­ein­ten Natio­nen mit der Aus­ar­bei­tung des Über­ein­kom­mens­ent­wurfs betraut wor­den war und die erst­mals im Febru­ar 1979 in Genf zusam­men trat. Die Bera­tun­gen der Arbeits­grup­pe wur­den sodann in den fol­gen­den Jah­ren fort­ge­setzt, und zwar in der Wei­se, dass die Arbeits­grup­pe vor dem Beginn der jewei­li­gen Früh­jah­res­ta­gung der Men­schen­rechts­kom­mis­si­on anfangs nur für jeweils eine Woche, spä­ter bis zu zwei Wochen in Genf zusam­men trat, um die ein­zel­nen Ent­wurfs­ar­ti­kel zu bera­ten. Die Tagun­gen wur­den unter dem Vor­sitz des jeweils zum Vor­sit­zen­den wie­der­ge­wähl­ten Pro­fes­sors Lopat­ka aus War­schau durch­ge­führt. Die­ser Bera­tungs­rhyth­mus hat­te zur Fol­ge, dass der Ent­wurf des Über­ein­kom­mens über die Rech­te des Kin­des von der Arbeits­grup­pe erst am 9. Dezem­ber 1988 im Kon­sens ein­stim­mig ange­nom­men wer­den konn­te.

Trotz des erreich­ten Kon­sen­ses wur­den in der Fol­ge­zeit ver­ein­zelt For­de­run­gen nach Wie­der­auf­nah­me der Sach­dis­kus­si­on zu eini­gen Arti­keln laut. Dies galt vor allem für den weit­hin als miss­lun­gen emp­fun­de­nen Arti­kel 38 Abs. 2 des Über­ein­kom­mens, der die Teil­nah­me von Per­so­nen an Feind­se­lig­kei­ten davon abhän­gig macht, dass die­se das 15. Lebens­jahr voll­endet haben. For­de­run­gen nach Nach­bes­se­rung des Arti­kels 38 (und wei­te­rer Über­ein­kom­mens­be­stim­mun­gen) haben sich aber nicht durch­set­zen kön­nen, weil der Ein­druck vor­herrsch­te, dass eine Wie­der­auf­nah­me der Sach­dis­kus­si­on eine Ver­bes­se­rung des Ent­wurfs ins­ge­samt nicht erwar­ten ließ. Die Men­schen­rechts­kom­mis­si­on des Wirt­schafts- und Sozi­al­rats der Ver­ein­ten Natio­nen hat dar­um den von der Arbeits­grup­pe vor­ge­leg­ten Ent­wurf am 9. März 1989 ohne jede Ände­rung gebi­ligt. Auch die Gene­ral­ver­samm­lung der Ver­ein­ten Natio­nen hat sich dar­auf beschränkt, die von der Arbeits­grup­pe in Form eines Alter­na­tiv­vor­schlags offen­ge­las­se­ne Fra­ge der Finan­zie­rung des nach dem Über­ein­kom­men zu errich­ten­den Aus­schus­ses für die Rech­te der Kin­der zu ent­schei­den, indem sie in Arti­kel 43 Abs. 11 und 12 des Über­ein­kom­mens bestimmt hat, dass die Kos­ten inso­weit aus den all­ge­mei­nen Haus­halts­mit­teln der Ver­ein­ten Natio­nen getra­gen wer­den. Im übri­gen hat die Gene­ral­ver­samm­lung den von der Arbeits­grup­pe vor­ge­leg­ten Über­ein­kom­mens­ent­wurf am 20. Novem­ber 1989—dem 30. Jah­res­tag der Erklä­rung der Rech­te des Kindes—ohne jede Ände­rung ein­stim­mig ange­nom­men. Das Über­ein­kom­men wur­de am 26. Janu­ar 1990 in New York zur Zeich­nung auf­ge­legt und bei die­ser Gele­gen­heit von der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und wei­te­ren 58 Staa­ten gezeich­net.

  1. UN-Doku­ment E/CN/.4/L. 1366 vom 07.02.1978[]

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