Aus­beu­tung

Kinderarbeit

Die durch Arti­kel 36 gene­ral­klau­sel­ar­tig begrün­de­te Ver­pflich­tung der Ver­trags­staa­ten, das Kind vor allen “sons­ti­gen”, das Wohl des Kin­des in irgend­ei­ner Wei­se beein­träch­ti­gen­den For­men der “Aus­beu­tung” zu schüt­zen, hat in die UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on Ein­gang gefun­den, um es gegen­über ande­ren inter­na­tio­nal-recht­li­chen Garan­tien des Kin­des­schut­zes nicht zu ver­kür­zen.

Zwar ver­langt Arti­kel 32 der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on den Schutz vor “wirt­schaft­li­cher” und Arti­kel 34 der Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on den Schutz des Kin­des vor “sexu­el­ler” Aus­beu­tung. Dar­aus soll aber nicht gefol­gert wer­den, daß ande­re denk­ba­re For­men der Aus­beu­tung des Kin­des von der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on nicht erfaßt wer­den.

Dies wur­de bei den Ver­hand­lun­gen zur UN-Kin­der­rechts­kon­ve­ti­on ins­be­son­de­re für den in Arti­kel 10 Nr. 3 Satz 2 des Inter­na­tio­na­len Pakts für wirt­schaft­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Rech­te (UN-Sozi­al­pakt) genann­ten Fall der “sozia­len Aus­beu­tung” betont. 1

Wegen des unbe­stimm­ten Inhalts des Begriffs der “Aus­beu­tung” ist davon aus­zu­ge­hen, daß den Ver­trags­staa­ten durch die Bestim­mung ein welt­ge­spann­ter Rege­lungs­spiel­raum ein­ge­räumt ist. Eine kon­kret-aktu­el­le Bedeu­tung kommt der Gene­ral­klau­sel der­zeit für die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ange­sichts der Viel­zahl sonst vor­ge­se­he­ner Schutz­maß­nah­men kaum zu.

Arti­kel 36
Die Ver­trags­staa­ten schüt­zen das Kind vor allen sons­ti­gen For­men der Aus­beu­tung, die das Wohl des Kin­des in irgend­ei­ner Wei­se beein­träch­ti­gen.

  1. vgl. UNO-Doku­ment E/CN.4/1987/25 vom 9. März 1987, S. 22 TZ 91[]

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